Bezirk Mödling: Lockdown ist „Katastrophe“ für Wirtschaft, Kultur

Lockdown Nummer vier. Für Wirtschaft, Gastronomie, Kultur eine Katastrophe.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:32

„Man kratzt am Totalschaden. Es überwiegt nun wieder einmal die Ungewissheit, wie es weitergehen soll. Der ermäßigte Umsatzsteuersatz läuft in sechs Wochen aus und über neue Hilfen haben wir noch nichts erfahren“, ist Bezirkswirtesprecher Johannes Schmid deprimiert.

Für die Hotellerie stelle der erneute Lockdown eine Art Rettungsanker dar. „Die haben schon im September für eine 2G-Regel plädiert, nur hat sie damals noch niemand ernst genommen. Jetzt sind die Herbstferien auch vorbei, also gibt es wenig bis keine Gäste. Wenn die Hotels wieder aufsperren können, ist es für sie auf jeden Fall möglich, wieder aufzuholen.“ Anders aber schaut es für die Gastronomiebetriebe aus. Die derzeitige Situation vergleicht Schmid mit einem „Christbaumbrand.“

Das hält die Wirtschaft schwer bis gar nicht aus.“ gert zaunbauer Wirtschaftstadtrat, Mödling

Auch Wirtschaftsstadtrat Gert Zaunbauer, ÖVP, spricht von „enorm großen Frust. Das hält die Wirtschaft schwer bis gar nicht aus. Man muss sich vorstellen, im Weihnachtsgeschäft – das sind sechs Wochen – nimmt der Handel normalerweise ein Drittel des Jahresumsatzes ein.“ Zudem würden auch die Ungeimpften als Kunden fehlen.

Trotzdem gebe in Mödling niemand auf. „Wir schaffen das schon“, ist Zaunbauer zuversichtlich. Dennoch: Für etliche Branchen ist der erneute Lockdown „eine Katastrophe. Wir haben wir den Adventmarkt in Mödling aufgebaut. Ich habe mich eingesetzt, dass wir heuer extra schön und in großem Ausmaß beleuchten, damit die Leute in die Stadt einkaufen kommen und jetzt ist alles umsonst gewesen. Das kostet ja auch etwas“, seufzt Zaunbauer.

Weihnachtsmärkte hoffen euch Neustart

Bei Eva Maier, Organisatorin von „Evas Adventmarkt“ in der Schöffelstadt, ist die Enttäuschung ebenfalls groß. „Wir haben am Wochenende eröffnet und schon ist alles wieder zu. Aber so ist das jetzt. Ich habe den Vorteil, dass ich den Einkauf immer einen Tag auf den anderen erledige, somit habe ich keinen großen Verlust.“

Maiers Leid teilen auch die Standbesitzer am TOP-Adventmarkt am Perchtoldsdorfer Kirchbergl. „Auch hier wurde wieder alles geschlossen. Die Enttäuschung ist groß, aber wir hoffen, dass wir nach dem 12. Dezember wieder aufmachen und eine halbwegs normale Vorweihnachtszeit erleben können“, meint Obmann Martin Fürndraht.

Kulturschaffende müssen „wieder jonglieren“

Ein Déjà-vu gibt es auch für die Kulturschaffenden. Mödlings Stadttheater-Intendant Bruno Max muss erneut „jonglieren und verschieben“. Das aktuell am Spielplan stehende Stück „Die Hochzeit“ von Elias Canetti werde – wenn alles gut geht – zwischen 14. und 18. Dezember nachgeholt.

„Die Leute sind davon begeistert, weil sie die Thematik verstehen, zumal sie sehr gut zur derzeitigen Situation passt.“ Das für Dezember geplante Musical „Avenue Q“ wird in den Jänner verschoben. Grundsätzliche habe man mit der 2-G-Regelung „überhaupt keine Probleme, es herrscht auch Maskenpflicht“.

Für die „teatro“-Weihnachtsgeschichte in der Mödlinger Stadtgalerie wird es nach der Absage im Vorjahr erneut eng. Die Premiere am 11. Dezember und den Termin am 12. können sich Norberto Bertassi und sein Team schon einmal abschminken. „Wir werden die Premiere voraussichtlich auf 15. Dezember verlegen und die andere Aufführung einschieben“, plant Bertassi. „Alle bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit müssen aber umgetauscht werden.“ Und es gelte 2-G-plus.