Jetzt schon Wirbel um Vösendorfer Fasching. Kinderfreunde fühlen sich von Gemeinde ausgebootet, denn diese will Faschingsball selbst veranstalten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 27. Juni 2020 (05:23)
Symbolbild

Geht es nach Bürgermeister Hannes Koza, ÖVP, wird die Gemeinde „ein neues, frisches und modernes Kinderfaschingsfest am Faschingssonntag“ ins Leben rufen. Dabei unterscheidet Koza klar „zwischen Partei- und Gemeindeveranstaltung. Dieses Faschingsfest wird von der Gemeinde organisiert, es ist überparteilich und wird alle Bevölkerungsschichten ansprechen“.

Bis jetzt haben die Kinderfreunde den Kinderfaschingsball am Faschingssonntag organisiert, für Koza sind die Kinderfreunde klar eine Vorfeldorganisation der SPÖ. Die Kinderfreunde sehen die Lage anders, sie hätten den Ball für die Gemeinde auf die Beine gestellt. Dementsprechend groß ist der Ärger von Kinderfreunde-Obmann und SPÖ-Gemeinderat Andreas Vanek: „Wir haben stets mit Herzblut und viel Liebe den Kinderfasching organisiert. Der soll nun ein Ende haben. Als fadenscheiniges Argument führt der Bürgermeister an, er wolle aus dem Kinderfasching eine Gemeindeveranstaltung machen – er übersieht dabei, dass der Vösendorfer Kinderfasching schon immer eine Gemeindeveranstaltung war.“

Faschingssonntag ist Gemeinde-Termin

Koza entgegnet: „Ich habe den Kinderfreunden mitgeteilt, dass sie gerne ihr eigenes Faschingsfest machen können. Aber dann müssen sie es auch selbst bezahlen. Wenn der Bauernbund in Vösendorf das Erntedankfest organisiert, dann steuert die Gemeinde auch finanziell nichts dazu bei. Am Faschingssonntag wird zukünftig die Gemeinde das Faschingsfest organisieren, wir werden dabei neue, coole Ideen einbringen.“

Schärfere Worte findet ÖVP-Finanzreferentin Isabella Wolfger: „Ich sehe nicht ein, dass Parteiveranstaltungen von der Gemeinde bezahlt werden. Das ist eher ein Fall für den Staatsanwalt.“

Die Kinderfreunde wollen weiterhin für die Jüngsten da sein, auch wenn Vanek meint: „Ich persönlich finde es sehr traurig und befremdlich, dass anscheinend politische Interessen und Machtspielchen über das Wohl und die Freude unserer Kinder gestellt werden.“ Als Vorsitzender der Kinderfreunde Vösendorf und Gemeinderat könne er Koza nicht verstehen, er verspricht aber: „Wir werden weiterhin mit voller Kraft und Liebe für unsere Jüngsten da sein und tolle Feste veranstalten.“

Enttäuscht reagiert auch SPÖ-Parteivorsitzender Wolfgang Gratzer. Man habe bei Kinderfreunde-Aktivitäten immer genau darauf geachtet, „dass dabei keine politischen Aktivitäten stattfinden“.