BILLA zeigt Interesse an neuem Standort in Hinterbrühl. Ortschef Erich Moser, ÖVP, sieht „keinen Einfluss der Gemeinde“, Bürgerliste will mitreden.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 18. Januar 2021 (03:34)
Bürgermeister Erich Moser ist mit der Nahversorgung-Umfrage der Bürgerliste nicht einverstanden.
privat

„Die Materie ist komplex“, betont Bürgermeister Erich Moser, ÖVP, zu den Gerüchten, dass an der Johannesstraße/Ecke Mannlichergasse ein Nahversorgungsmarkt errichtet werden soll. „Faktum ist, dass es Interesse gibt“, erläutert der Ortschef, „das betreffende Grundstück ist seit Jahrzehnten Bauland“.

Einfamilien- oder Reihenhäuser seien (entsprechend den strengen Hinterbrühler Bebauungsbestimmungen) durchaus möglich, ebenso wie die Errichtung eines Supermarktes in der gängigen Größenordnung. „Das ist das Recht eines Bauwerbers“, betont der Ortschef, „das heißt, dass die Gemeinde als Baubehörde hier keine Einschreitungsbefugnis besitzt.“ Zudem könne man Handelskonzernen nicht vorschreiben, wie viel Märkte, wo und wie errichtet werden sollen. Momentan gibt es in der Gaadner Straße 52 einen SPAR, in der Hauptstraße 17 einen BILLA.

„Es ist leider nicht so einfach, dass man den Firmen sagen kann, sie sollten doch zuerst den einen Markt umbauen“, erläutert Moser die Lage: „Genauso gut kann es auch zu einer Schließung eines Marktes kommen.“

Ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates besage, dass „die bisherige Regelung, wonach kein Gebäude mit mehr als 300 m 2 errichtet werden darf, mit dem Zusatz versehen wurde, dass dies bei bestimmten Projekten im Rahmen der Widmung möglich ist.“

Kritik an Umfrage der Bürgerliste

Kritisch äußert sich Moser zum Fragebogen der Bürgerliste, der suggeriere, dass Entscheidungen über einen Supermarkt im Einflussbereich der Gemeinde liege: „Das ist einfach nicht wahr.“ Naturgemäß sieht es Bürgerliste-Chef Ferdinand Szuppin anders: „Wir haben den Fragebogen mit dem Schwerpunkt Nahversorgung gemacht, weil wir wissen wollten, was die Bevölkerung denkt – und die ist eher für einen Ausbau des bestehenden BILLA.“

Weiters führt Szuppin ins Treffen, dass jener Zusatz zur Bebauung entschärft werden müsse, damit die Gemeinde mitreden kann: „Wir müssen einen Markt im Zentrum haben.“

Für SPAR war ein weiterer Standort „einmal Thema und wurde geprüft – ist aber nicht mehr aktuell. Wir planen keinen neuen Markt in Hinterbrühl“.

Anders die Situation bei BILLA: „Wir interessieren uns für eine Liegenschaft in Hinterbrühl, für Details ist es aber noch zu früh.“