Bankschließfächer-Coup: Neue Details bekannt geworden. Fast zwei Monate nach den illegalen Leerungen von Schließfächern in drei Banken in Mödling, Klosterneuburg und Wien sind am Freitag neue Details zum Coup im Geldinstitut in der Bundeshauptstadt bekannt geworden.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 08. Januar 2021 (19:45)
Die Raiffeisenbank in Mödling.
APA

Das Objekt wurde im Rahmen des Tatablaufs insgesamt dreimal aufgesucht, bestätigte Niederösterreichs Polizeisprecher Johann Baumschlager einen Online-Bericht der "Salzburger Nachrichten". Am Werk war entgegen vorherigen Annahmen nur ein Krimineller.

Anders als in den beiden niederösterreichischen Banken wurde in der Raiffeisen-Filiale in Wien-Döbling ein Alarm ausgelöst. Dies geschehe dann, wenn sich jemand "länger als 20 Minuten" in dem Selbstbedienungs-Safe-Raum aufhalte, erklärte Baumschlager. "Es ist so, dass nach diesen 20 Minuten eine private Sicherheitsfirma informiert wird, welche im Anschluss die Polizei verständigt." In Wien sei beim Eintreffen der Beamten kein Täter mehr an Ort und Stelle gewesen. Für die Exekutive sei es daher "absolut unmöglich" gewesen, eine vollendete oder versuchte Tathandlung zu erkennen.

Nachdem die Beamten die Bank verlassen hatte, schlich sich der Gesuchte zwei weitere Male in den Safe-Raum. In Summe wurden dort acht Schließfächer geleert.

Baumschlager wies darauf hin, dass kein Einbruchs- sondern vielmehr eine Art zeitabhängiger Rettungsalarm ausgelöst worden sei. Dieser diene grundsätzlich dazu, auf Vorfälle wie einen Herzinfarkt oder einen Ohnmachtsanfall bei einem Kunden in dem nicht einsehbaren Diskretraum aufmerksam zu machen.

100.000 Euro Belohnung für Hinweise

Gesucht wird im Zusammenhang mit den Coups vom 13. November weiterhin nach zumindest sieben Personen, sagte Chefinspektor Baumschlager. Beteiligt waren sechs Männer und eine Frau. Für Hinweise auf die Diebesbande sind Ende November 100.000 Euro ausgelobt worden.

Die Täter griffen in der Zeit von 18.00 bis 23.30 Uhr in einer akkordierten Aktion an. In Summe wurden 68 Depots geleert, neben den acht in Wien 31 Schließfächer einer Bank-Austria-Filiale in Klosterneuburg sowie 29 der Mödlinger Raiffeisen Regionalbank. Juwelen, Gold, Uhren und Bargeld wurden in Taschen und Rucksäcken abtransportiert. Zugang zu den Objekten hatten sich die Kriminellen mit nachgemachten Kundenkarten verschafft.

Den "Salzburger Nachrichten" zufolge besteht für die betroffenen Bankkunden nun Hoffnung auf Entschädigung. Die Geldinstitute sollen bereits freiwillige Zahlungen zugesagt haben. Im Gegenzug sei die Zustimmung zu einer Geheimhaltungsvereinbarung verlangt worden.