A2 bei Wr. Neudorf: 13 Meter gegen Lärm. Mega-Projekt entlang Wiener Neudorf soll bald Wirkung zeigen.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 13. Mai 2021 (04:23)
Projektleiter Gerald Mühl, Bürgermeister Herbert Janschka, ASFINAG-Geschäftsführer Andreas Fromm und Techniker Bernhard Mayer (v.l.).
Dworak

Entlang der A2 wird an Österreichs höchster Lärmschutzwand gebaut – zwischen Eumigweg und Hauptstraße nicht weniger als 13 Meter hoch. Dazu wurden und werden alle vier Meter Steher – über 10 Meter tief und mit einem Durchmesser von 120 cm – errichtet. 450 m 3 Beton fließen an einem Tag in die Schalungen.

„Wir sind hier neue Wege gegangen“, machte ASFINAG-Geschäftsführer Andreas Fromm beim NÖN-Lokalaugenschein deutlich: „Die Südautobahn verfügt in diesem Bereich über insgesamt acht Fahrstreifen, die sehr dicht am Siedlungsgebiet liegen.“ Man hoffe, durch diese 15-Millionen-Euro-Investition große Wirkung im Sinne der über 5.000 Anrainer erzielen zu können.

Die Lärmschutzwand beginnt bereits in Höhe des „Müller-Transporte“-Areals und endet nach der Hauptstraße. Einige der Elemente sind bereits fertig „gefüllt“. Mit Beton – Holzbeton – Alu und Glas, „alles hochabsorbierend“, merkt Fromm an. Das Gestaltungskonzept umfasst immerhin eine Fläche von etwa 23.000 m 2 – vergleichbar mit dreieinhalb Fußballfeldern. Und er verweist auf eine weitere Besonderheit beim Baugeschehen: „Erst, wenn die neue Lärmschutzwand steht, wird die alte entfernt.“ Der Bau weiterer niedrigerer Lärmschutzwände am Eumigweg sowie in der Hauptstraße stehen ebenfalls am Projektplan.

Die Verkehrsbehinderungen auf der A2 (Verschwenk der vier Fahrspuren der Richtungsfahrbahn Graz und Tempo 60) werden bereits im Sommer Geschichte sein. „Wir sind voll im Zeitplan“, ist Projektleiter Gerald Mühl zufrieden.

Kaum Beschwerden der Anrainer

Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, verspricht sich einiges von der Rekord-Wand. „Für uns alle überraschend und erfreulich ist, dass die Anrainer sagen, sie würden von der Baustelle fast nichts mitbekommen.“ Ist das Projekt fertig, hoffe man, dass die Berechnungen auch der Praxis standhalten. Demnach sollten die unmittelbar betroffenen A2-Anrainer statt der dreifach höheren als zumutbaren Lärmbelastung nur noch ein Rauschen hören, alle anderen von der A2 nichts mehr. Die Investition – die Gemeinde hat sich finanziell mit knapp 5 Prozent beteiligt – sollte sich in jedem Fall lohnen, hofft Janschka. Wermutstropfen: Mit dem von der Gemeinde gewünschten dauerhaften Tempo 80 auf der A2 entlang Wiener Neudorf wird weiterhin nichts werden.