Debatte über Radweg in Perchtoldsdorf

SPÖ-Chef Anton Plessl ortet bei neuem Radweg entlang des Petersbaches Planungsmängel. Grüne kontern, dass die neue Wegführung nicht mehr kostet als vereinbart.

Erstellt am 10. Oktober 2021 | 05:26

Der Petersbach ist ein idyllisches Gewässer, das der Marktgemeinde vielleicht sogar seinen Namen gegeben hat. Sehr gerne fahren Radfahrer entlang des Baches Richtung Wien, der Ketzergasse und damit zu weiteren Radrouten.

Benutzt wird jetzt ein schmaler Weg, der halbwegs befestigt ist und der sich kurz vor der Unterführung noch einmal teilt. Der ursprüngliche Plan sah vor, diesen Weg für die Radler auszubauen. Das scheitert aber daran, dass es eine Stützmauer brauchen würde, weil ein Teilstück des Weges einfach zu steil abfällt, als das man den Radweg ohne tragende Konstruktion errichten könnte. Das wäre einfach zu kostenintensiv.

„Wer schnell hier vorbei radelt, kommt vielleicht in die Situation, dass vom hier befindlichen Tor der Reitschule der Gutsverwaltung ein Auto hinausfährt.“ Anton Plessl

Am Ende des Radwegs fließt der Petersbach unter einer Brücke weiter, bis er in Wien wieder ans Tageslicht kommt. Bei dieser Brücke handelt es sich nicht um öffentliches Gut, sondern um Privateigentum. Hier sei die Situation sogar gefährlich für die Radler, wie SPÖ-Gemeinderat Anton Plessl anmerkt: „Wer schnell hier vorbei radelt, kommt vielleicht in die Situation, dass vom hier befindlichen Tor der Reitschule der Gutsverwaltung ein Auto hinausfährt. Das könnte für die Radfahrer gefährlich werden.“

Plessl kritisiert: „Man hätte schon in der Planungsphase im März, als auf Antrag der Grünen die südliche Route im Gemeinderat beschlossen wurde, auf diese Gegebenheiten Rücksicht nehmen müssen. Da nimmt man es in Kauf, einige tausend Euro für die Planung auszugeben, bevor man drauf kommt, dass der Radweg doch nicht gebaut werden kann.“

„Die Servitutsvereinbarung mit der Brenner Felsach’schen Gutsverwaltung ist aufrecht, und die Situation beim Reitschultor ist heikel, das ist mir bewusst.“ Christian Apl

Der für die Radwege zuständige Vizebürgermeister Christian Apl, Grüne, will diese Kritik nicht unwidersprochen hinnehmen. „Wir haben im März beschlossen, die südseitige Wegführung zu sanieren, das werden wir auch machen, aber ohne die Stützmauer. Die Servitutsvereinbarung mit der Brenner Felsach’schen Gutsverwaltung ist aufrecht, und die Situation beim Reitschultor ist heikel, das ist mir bewusst. Deshalb werden wir den Radweg auf der Nordseite sanieren und ausbauen. Bis jetzt ist noch gar kein Geld ausgegeben worden, außer vielleicht für ein paar Skizzen.“

Der Ausbau des Radweges auf der Nordseite koste nicht mehr als 130.000 Euro, also genau „jene Summe, die auch im Gemeinderat beschlossen wurde“, macht Apl klar. Der nächste Schritt sei, mit dem Bund als Gewässereigentümer eine Nutzungsvereinbarung abzuschließen, damit mit dem Radwegbau begonnen werden kann.