Mödling: Schandfleck Tankstelle "muss rasch weg"

Die Grünen wollen Tankstelle in Badgasse einer „kulturellen und gastronomischen Zwischennutzung“ zuführen.

Judith Jandrinitsch
Judith Jandrinitsch Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:45
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Das bestehende Tankstellengebäude wird noch bis 31. Dezember für die Teststraße genutzt. Im neuen Jahr soll es abgerissen werden.
Foto: JJ

Was mit der ehemaligen Tankstelle in der Badgasse, die nach einem Rechtsstreit jetzt wieder im Besitz der Gemeinde ist, passieren soll, war das beherrschende Thema in der Gemeinderatssitzung vom Freitag.

In den 1990er Jahren bekam die Stadtgemeinde eine Liegenschaft hinter der städtischen Bestattung als Schenkung. Sie müsse genauso in den städteplanerischen Prozess miteinbezogen werden wie die städtische Bestattung selbst.

Es sei ein offenes Geheimnis, das schon darüber diskutiert wurde, ein neues Amtshaus auf dieser Fläche zu errichten. Bis es so weit sei, vor allem in finanzieller Hinsicht, ist die ÖVP dafür, das Gebäude abzureißen und zu untersuchen, ob sich Altlasten wie Diesel- und Benzintanks im Erdreich befinden. Ein Billigstbieter wurde dafür bereits gefunden, der Abriss und die Schad- und Störstofferkundungen würden 31.800 Euro inklusive Umsatzsteuer betragen. Als Zwischennutzung könnte man temporär einige wenige Parkplätze errichten.

Das brachte Reinhard Praschak von den Grünen auf den Plan, er meinte: „Ich lasse es mir nicht nehmen, als Grüner für die Tankstelle zu sprechen. Es geht um das Areal der jetzigen Bestattung, das Grundstück dahinter, die ehemalige Mühle. Mit ein bisschen Fantasie kann man Ideen finden, um dieses Gebiet einer kulturellen und gastronomischen Zwischennutzung zuzuführen. Denn wo einmal Parkplätze errichtet worden sind, da sind sie gekommen, um zu bleiben, wie Beispiele aus der Vergangenheit zeigen.“ Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, erinnerte die Diskussion an „jene um das Teehaus in der Babenbergerstraße. Parkplätze sind böse und schlecht – diese Meinung teilen wir per se nicht. Außerdem gibt es genug Orte, die Möglichkeiten zur kulturellen Nutzung bieten, die zurzeit aber nicht voll ausgeschöpft werden, ich denke dabei an das Lichthaus oder an das Schöffelhaus“. Silvia Drechsler, 1. Vizebürgermeisterin, SPÖ, warf ein, dass „das Citymanagement für ein Zwischennutzungskonzept sorgen wird. Wir freuen uns auf die Ideen des Citymanagements, es gibt ja schon Studien, auf die man Aufbauen kann.“ Einen generellen Ideenwettbewerb regten die NEOS mit Parteivorsitzendem Andreas Stock an. „Der Schandfleck muss rasch weg. Es bietet sich jetzt die einmalige Chance, im Stadtzentrum etwas zu machen.“

Hintner bremste die Euphorie: „Ich darf daran erinnern, dass wir an einer Zwischenlösung arbeiten, nicht an einer endgültigen Lösung.“

Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, fügte hinzu: „Wir werden feststellen, wo sich die Tanks befinden. Abe eine Sanierung ist um 31.800 Euro natürlich nicht drinnen. Bei einer Fläche von 1.800 m² werden 10 Stellplätze wohl kaum ins Gewicht fallen.“ FPÖ, NEOS, SPÖ und ÖVP stimmten für einen Abriss, die Grünen stimmten dagegen.

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