Mödling: HTL-Fahrplan bleibt aufrecht. NEOS-Ärger: Kaum Schüler und dennoch hohe Busfrequenz: „Unnötige Ressourcenverschwendung.“

Von Christoph Dworak. Erstellt am 17. April 2021 (02:34)
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NEOS-Gemeinderätin Ilse Rein ist sauer: „Leider stellen wir auch am Beispiel der leeren HTL-Busse fest, dass in Corona-Zeiten der Hausverstand zu kurz kommt und die Stadtregierung mehr denn je mit sich selber beschäftigt ist und Bürger-Beschwerden ignoriert.“

Obwohl die Schulen seit Wochen geschlossen sind, fahren trotzdem „unzählige HTL-Busse durch Mödling – komplett leer“. Eben diese Situation sei Rein schon im ersten Lockdown aufgefallen, woraufhin sie sowohl die ÖBB als auch die Stadtgemeinde kontaktiert habe, um „auf diese unnötige Ressourcenverschwendung hinzuweisen“. Inzwischen rede man vom vierten Lockdown und „weiterhin kümmert sich keiner der Verantwortlichen darum“, ärgert sich Rein.

Vizebürgermeister Rainer Praschak, Grüne, für Verkehrsagenden zuständig, kann der Kritik nicht viel abgewinnen: Er habe sich bereits vor einem Jahr mit den Verantwortlichen des „Verkehrsverbund Ostregion“ (VOR) diesbezüglich in Verbindung gesetzt, um diese „nicht sehr elegante Situation zu besprechen“. Dabei sei man übereingekommen, zumindest die Verstärkerbusse zu den Spitzenzeiten nicht zu führen.

Pressesprecher Georg Huemer macht auf NÖN-Anfrage deutlich, dass der VOR seit über 35 Jahren das Gesamtsystem „Öffentlicher Verkehr“ verantwortet: Die Erstellung der Fahrpläne und auch die Beauftragung der Linienbusse laufen über uns.“

Gerade mit der HTL Mödling und den in Tausenden Schülern und Lehrern „verbindet uns seit Jahren eine sehr enge und fruchtbare Partnerschaft. Wir sind der Direktion sehr dankbar, dass sie uns in Normalzeiten verlässlich und rechtzeitig Infos zu standortspezifischen schulfreien Tagen sendet. So können wir im Sinne der Steuerzahler gut planen“, betonte Huemer. Die Einstellung der „Verstärker“ während des 1. Lockdowns sei eine derartige Maßnahme gewesen.

System ist zu komplex für Umstellungen

In einer Pandemie und der oft sehr kurzfristig getroffenen Maßnahmen sei es allerdings unmöglich, umgehend auf den jeweiligen tagesaktuellen Stand in einem System mit über 900 Linien zu reagieren. „Dieses komplexe System lässt sich nicht einfach wie ein Taxi bestellen oder abbestellen.“