Erstellt am 16. April 2014, 07:30

von Christoph Dworak

Palmers zieht aus. Standort wird verlegt / Die Konzernzentrale des Wäscheherstellers, seit 1982 in Wiener Neudorf etabliert, übersiedelt nach Wien.

Die Palmers-Zentrale wird nach Wien verlegt. Über die Nachnutzung des Hochhauses ist noch nichts bekannt.  |  NOEN, Foto: Palmers
Von Christoph Dworak

Jetzt ist es Gewissheit: Die Palmers-Konzernzentrale übersiedelt im Sommer nach Wien – in die Donau City, wie Pressesprecherin Gudrun Liska auf NÖN-Anfrage bestätigt: „Es wurde bereits seit Längerem nach einem geeigneten Objekt in zentraler Lage gesucht. Der Ares-Tower bietet die idealen Flächen für uns als Wäschehersteller, wo sich durch Produktentwicklung, Kollektionserstellung und -präsentation besondere Herausforderungen ergeben.“

Das Lager sowie das Palmers-Outlet verbleiben einstweilen am Standort Wiener Neudorf. Der Büroturm von Palmers, in dem das Headquarter bisher untergebracht war, wird an die Besitzerin (seit 2007) und Vermieterin, die Immobiliengruppe Tecto aus Wien, retourniert.

Abschied war „keine Hiobsbotschaft“

Für Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, ist der Abschied „keine Hiobsbotschaft. Die Absiedlung hat sich schon lange abgezeichnet“. Der Ortschef geht davon aus, dass der Palmers-Schritt nach Wien auch seinen Grund im Scheitern der Neustrukturierung der Flächen, auf denen auch der Ökopark geplant ist, zu tun haben könnte. „Ohne vernünftige Anbindung an das hochrangige Straßennetz und die Badner Bahn wird sich die Attraktivität des Standorts weiter verschlechtern“, fürchtete Wöhrleitner. Deshalb sei es nachvollziehbar, wenn „ein internationaler Konzern seine Standorte evaluiert und entsprechend reagiert“.

Wöhrleitner hofft dennoch, dass die etwa 230.000 Euro, die an Kommunalsteuern – insgesamt lukriert Wiener Neudorf 14 Millionen Euro jährlich – fehlen werden, rasch kompensiert werden können. „Wir geben unsere Budgetzahlen nicht als Lottoschein ab.“ Er weiß aber genau, dass „es schwer werden wird, nochmals einen derartigen Leitbetrieb zu bekommen“.

„Verkehrssituation neu ordnen“

Niederösterreichs oberster Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka weilt derzeit im Urlaub und konnte nicht erreicht werden. Straßenbaudirektor Peter Beiglböck bestätigt auf NÖN-Anfrage, dass es „weiterhin Überlegungen gibt, die Verkehrssituation neu zu ordnen“, aktuell aber nichts Neues am Tisch liege. Die direkte unterirdische Anbindung von der B17 in Höhe Steinfeldstraße an das Areal wurde von den Anrainern abgelehnt. Seitens der Firma Tecto Group wurde bislang keine Stellungnahme über mögliche Nachmieter abgegeben.