Auf der Spur der Südafrika-Mutation in Wiener Neudorf. In Rekordtempo wurden noch gestern Mittwoch in einer beispiellosen Zusammenarbeit von Sanitätsstab, Rotem Kreuz und Gemeinde zehn Teststraßen im Franz Fürst Freizeitzentrum errichtet.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 25. Februar 2021 (08:44)
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Wiener Neudorfs Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, kann am heutigen Donnerstag schon über erste Zahlen berichten, was die PCR-Testung der Bevölkerung betrifft. "Die Teststraßen wurden am Mittwoch innerhalb von zwei Stunden aufgebaut. Bis jetzt wurden von Sanitätern des Roten Kreuzes 1.100 Menschen getestet", gibt Janschka bekannt.

Der Ortschef merkt weiters an: "Bis Sonntag wollen wir so viele Wiener Neudorferinnen und Wiener Neudorfer wie möglich testen, ich hoffe, die Menschen nehmen dieses Angebot auch an." Heute besteht die Möglichkeit, sich bis 18 Uhr testen zu lassen.

"Wiener Neudorf abriegeln, das ist etwas, was ich mir nicht vorstellen kann und will."Herbert Janschka

Bürgermeister Herbert Janschka appelliert an die Wiener Neudorfer Bevölkerung, sich testen zu lassen.
Judith Jandrinitsch

Der Bürgermeister ist froh, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, "dem Sanitätsstab, der Bezirkshauptmannschaft, dem Roten Kreuz und uns als Gemeinde so reibungslos läuft". Immerhin müsse man zwei Tage warten, bis bei einem PCR-Test ein Ergebnis vorliegt. "Wir helfen dem Roten Kreuz auch, die Tests in das Labor nach Salzburg zu bringen, dem einzigen Labor, das solche Tests auswertet", erklärt Janschka. 

Dass die Südafrika-Mutation in Wiener Neudorf angekommen ist, wurde durch eine Sequenzierung von Testergebnissen gestern Mittag bekannt:

Die sieben betroffenen Personen, darunter zwei Mitarbeiterinnen im Hort in der Parkstraße, sind schon wieder genesen. Zur Sicherheit werden sie aber weiter abgesondert und abermals einem PCR-Test unterzogen.

Trotzdem: "Kinder, die die Hortbetreuung in Anspruch nehmen wollen, können das gerne tun, aber nur mit einem negativen PCR-Test", sagt Janschka, der hofft, dass sich auch die Eltern der Kinder testen lassen. 

Ob Wiener Neudorf tatsächlich das Zentrum eines neuen Clusters ist, wird sich frühestens am Dienstag weisen, dann sollen alle Testergebnisse vorliegen. Janschka hofft auf einen positiven Ausgang: "Wenn wir wirklich ein Cluster aufgrund der südafrikanischen Mutation haben, dann hätten wir wirklich ein gröberes Problem. Denn Wiener Neudorf abriegeln, das ist etwas, was ich mir nicht vorstellen kann und will. Wir haben nicht nur 10.000 Einwohner, sondern auch rund 13.000 Arbeitsplätze, darunter auch den REWE-Konzern, der von hier aus seine Märkte beliefert."

Mödlings Bezirkshauptmann Philipp Enzinger bekräftigt: „Wir müssen die Ergebnisse der PCR-Testungen abwarten, das ist definitiv eine Vorsichtsmaßnahme.“