Aufruf in Wiener Neudorf: "Bitte kommt Testen". Wiener Neudorfs Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, ruft die Wiener Neudorferinnen und Neudorfer dazu auf, sich testen zu lassen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 26. Februar 2021 (14:17)
Der Leiter des Franz Fürst Freizeitzentrums Thomas Koloszar und Bürgermeister Herbert Janschka im Eingangsbereich des Freizeitzentrums.
Judith Jandrinitsch

Am Mittwoch Vormittag ist der Zustrom zum Franz Fürst Freizeitzentrum an testwilligen Personen noch verhalten. Eine Dame von der Gemeinde steht vor der Tür und merkt an: "Es könnten mehr sein, die kommen, und sich testen lassen." 

Bürgermeister Herbert Janschka ist positiv gestimmt, dass im Laufe des Tages noch mehr Bürgerinnen und Bürger kommen, um sich testen zu lassen. "Ich habe als Bürgermeister natürlich keine rechtliche Handhabe und kann die Leute nicht zwingen, sich testen zu lassen, obwohl in einem Fall wie diesen die Gesundheit der Allgemeinheit wohl am wichtigsten ist", sagt Janschka.

Seit dem sieben Personen in Wiener Neudorf mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus infiziert waren, gilt es, so rasch als möglich herauszufinden, ob sich diese Virusvariante weiter verbreitet hat. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist die Bevölkerung zu den PCR-Tests eingeladen, die heute noch bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 7 bis 18 Uhr möglich sind. 

Testerin Katharina Scharer vom Roten Kreuz.
Judith Jandrinitsch

Katharina Scharer vom Roten Kreuz ist eine der hauptberuflichen Testerinnen im Freizeitzentrum. Sie ruft in Erinnerung: "PCR-Tests sind keine Antigen-Tests. Man muss sich auch nicht vorregistrieren lassen, sondern kommt einfach mit der e-card im Freizeitzentrum vorbei. Das Testergebnis verschicken wir auch nicht per SMS, sondern man bekommt einen Zettel mit QR-Code und mit Angabe der Internet-Adresse, den man sich aufheben muss. Denn bei einem PCR-Test dauert es bis zu 48 Stunden, bis ein Ergebnis vorliegt und das muss man im Internet abrufen." 

Die Gemeindemitarbeiter, die sonst im Freizeitzentrum Veranstaltungen betreuen, sind schon richtige Profis, was die Handhabe von PCR-Tests anbelangt. Philip Pinter steckt das Teststäbchen nach erfolgter Testung über die Nase in ein Röhrchen, das mit einer bestimmten Flüssigkeit gefüllt ist. Dann bewegt er das Stäbchen eifrig hin- und her, damit sich das abgenommene Sekret gut im Röhrchen verteilt.

Die Röhrchen werden dann ordnungsgemäß verpackt und nach Salzburg in jenes Labor transportiert, das österreichweit als einziges die PCR-Tests auswertet. jetzt strömen doch mehr Menschen in das Freizeitzentrum. Die Tester freuen sich, es wird gescherzt, die Atmosphäre ist locker. Janschka erzählt: "Am Mittwoch waren rund 1.100 Menschen testen, gestern am Donnerstag an die 950."

Was Testerin Katharina Scharer vom Roten Kreuz stört: "Es werden so viele Horrorgeschichten über den Nasenabstrich weiter verbreitet, vor allem im Internet. Da mehrheitlich Tests in Umlauf sind, bei denen die Auswertung nur durch einen Abstrich durch die Nase erfolgen kann, gehen wir auch so vor", erklärt Scharer, die im Auftrag von 1450 im ganzen Industrieviertel unterwegs ist, um PCR-Tests bei Verdachtsfällen abzunehmen. Was den Ortschef wichtig ist, zu betonen: "Es gibt keine Wartezeiten. Wir haben zehn PCR-Teststraßen eingerichtet, in nur wenigen Minuten ist das ganze Prozedere erledigt."