100 Jahre NÖ: Das lange Match der Kicker zum Sportplatz

Erstellt am 19. Juni 2022 | 05:22
Lesezeit: 3 Min
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Die SCP-Kicker anno 1945 mit Landeshauptmann Leopold Figl.
Foto: Archiv Marktgemeinde Perchtoldsdorf
Von der „Schwarzen Elf“ zum „Sportclub Perchtoldsdorf“.
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Nach Vorbild der Nachbargemeinden sammelten sich nach 1918 in Perchtoldsdorf bereits mehrere Gruppen junger Leute, die Interesse für Fußball zeigten. Ihr improvisiertes Training mussten sie auf kleinen Wiesen im Ortsgebiet abhalten.

Im Sommer 1921 wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Johann Barbacher und Albert Kerstoff der Fußballverein „Schwarze Elf“ mit den Klubfarben Rot-Schwarz aus der Taufe gehoben. Der Name „Sportclub“ stand nicht zur Verfügung, da dieser vom 1901 gegründeten örtlichen Lawn-Tennis-Verein belegt war. Die Vereinsabzeichen der „Schwarzen Elf“ wurden am 9. April 1923 bewilligt.

Die Perchtoldsdorfer Fußballer waren bald nach ihrer Gründung der „Vereinigung der Arbeiter-Fußballvereine Österreichs“ (VAFÖ) und später der ASKÖ (Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur) beigetreten, die die „Schwarze Elf“ im Unterschied zur Kommune mit Subventionen unterstützten. Trotzdem konnte vorerst noch nicht an eine Teilnahme am Meisterschaftsbewerb gedacht werden, Freundschafts- und einige Pokalspiele wurden auf den Plätzen der Gegner ausgetragen: in Mauer, Liesing und Brunn am Gebirge.

Das Training konnte teilweise auf dem „Arbeitersportplatz“ im Begrischpark abgehalten werden.

Im Jubiläums-Spieljahr 1933/1934 konnte der Verein, der sich zwischenzeitlich in „Sportclub Perchtoldsdorf“ (SCP) umbenannt hatte, erstmalig am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen – in der Zweiten NÖ-Spielklasse. Als Sektionsleiter fungierte Karl Leeb bis zum politisch motivierten Verbot aller der Sozialdemokratie nahestehenden VAFÖ-Mitgliedsvereine und damit auch des SCP im Februar 1934.

Vorübergehend in Brunn am Gebirge gespielt

Nach der Auflösung wanderten viele Spieler zum 1934 aus dem „ASK Irmahütte“ entstandenen und am 9. März 1934 behördlich genehmigten „unpolitischen“ Nachbarklub Brunn am Gebirge ab, mit dem es während des Zweiten Weltkriegs zu einer höchst eingeschränkten Spielgemeinschaft kam, die kriegsbedingt am 7. Juni 1944 endgültig aufgelöst wurde.

Nach 12-jähriger, zwangsbedingter Pause konnte erst wieder am 10. August 1946 eine reguläre Generalversammlung des SCP abgehalten werden, bei der der Beschluss gefasst wurde, den Fußballbetrieb wieder aufzunehmen. 1947 gelang es, einen langfristig angelegten Pachtvertrag über ein ausgedehntes, unbebautes Areal in der Höhenstraße zu erhalten. Bei diesem Grundstück handelte es sich um einen Hügel, der abgegraben und planiert werden musste, um die für ein Spielfeld notwendigen Ausmaße zu erhalten. Die Arbeiten wurden von Vereinsmitgliedern in unbezahlter Eigenleistung durchgeführt.

Das daraus resultierende Sportzentrum der Marktgemeinde auf der Kleinen Heide wurde 1974 der Öffentlichkeit übergeben.

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