Abschied nach 35 Jahren an der VS Rosseggergasse. Fulminantes Fest als glanzvoller Abschluss der langen und erfolgreichen Schulkarriere von Sylvia Mertz.

Von Hans Boeger und Judith Jandrinitsch. Erstellt am 12. Mai 2019 (04:11)
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Sylvia Mertz überreicht den Schlüssel der Volksschule Rosseggergasse in Perchtoldsdorf an Katharina Hussian.

Prominenz aus dem Bildungs- und Gemeindebereich, allen voran Bildungsdirektor Johann Heuras, sowie zahlreiche Eltern und Schüler hatten sich im Neuen Festsaal der Burg eingefunden, wo das „Roggi-Fest“ zu Ehren von Volksschuldirektorin Sylvia Mertz gefeiert wurde. Diese trat nach 35 Jahren an der Volksschule Rosseggergasse, davon 19 Jahre in Leitungsfunktion, ihren Ruhestand an.

Nach den Grußworten Angelika Dobrowskys von der Pädagogischen Hochschule Baden zeichneten Vizebürgermeisterin Brigitte Sommerbauer, VP, Fachinspektor Herbert Vouillarmet und Bildungsdirektor Johann Heuras ein umfassendes Bild der scheidenden Pädagogin.

Ein hervorstechendes Merkmal von Mertz war, dass sie nicht nur bei den Kindern Wert auf Bildung gelegt hatte, sondern sich selbst laufend weiterbildete.

Ich werde mich weiterhin für die Forschertage engagieren und das auch mehr genießen können, ohne den Druck, verantwortliche Schulleiterin zu sein.“ Sylvia Mertz

Dazu absolvierte sie auch ein Masterstudium an der Universität von Derby in England, wo sie ihre Erfahrungen in der außerschulischen Begabten- und Hochbegabtenförderung bei den Sommerakademien des Landesschulrates für Niederösterreich einfließen ließ. Mertz erinnert sich: „Ich habe dieses Projekt acht Jahre lang betreut, doch mir ist es immer wichtiger geworden, die Begabungen eines jeden Kindes zum Vorschein zu bringen.“

Also legte Mertz den Grundstein zu ihrem nächsten Projekt, das gemeinsam mit der Marktgemeinde Perchtoldsdorf zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte wurde: Die Perchtoldsdorfer Forschertage. „Heuer haben sich bereits 350 Kinder angemeldet“, berichtet Mertz und ihre Augen strahlen vor Freude. Dabei war das Forschen im naturwissenschaftlichen Bereich an Volksschulen, als sie 2001 Direktorin der Volksschule Rosseggergasse wurde, beinahe noch etwas Unvorstellbares. Doch Mertz trieb viele Innovationen an. 2012 gab es dann auch einen neuen Schwerpunkt im Schulprofil: „Forschendes Lernen – NAWI“. Wichtig war ihr auch, sich als Partnerschule zur Ausbildung von Studentinnen und Studenten der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich zu etablieren.

Die Qualität der Ausbildung in der Volksschule Roseggergasse betonte bei der Feier auch Bildungsdirektor Johann Heuras. Er erklärte: Sylvia Mertz hat immer Verantwortung für die Schule übernommen, Begabungen gefördert und vor allem sich auch selbst gefordert“. Im Rahmen eines sehens- und hörenswerten Musicals, bei dem die Früchte des musikalischen Schwerpunkts der Schule erlebbar wurden, erhielt Sylvia Mertz eine Schultüte „voll mit Erinnerungen und Wünschen der Schule“ sowie eine „Schatzkiste“ mit dem Dank des Lehrerteams.

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe an Nachfolgerin Katharina Hussian stellte Sylvia Mertz sichtlich gerührt fest: „Mit so einem tollen Team macht Schule einfach Spaß!“ Für sie ist klar: „Ich werde mich weiterhin für die Forschertage engagieren und das auch endlich mehr genießen können, ohne den Druck, verantwortliche Schulleiterin zu sein.“