Antrag: Die ÖBB müssen nachjustieren

Erstellt am 05. Juli 2022 | 05:37
Lesezeit: 3 Min
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Mit reißerischem Slogan hat die Bürgerliste am Samstag zur „Info-Veranstaltung“ aufgerufen, zu der sich etwa 30 Personen in der Park & Ride-Anlage eingefunden haben.
Foto: privat
Gemeindeführung setzt beim Megaprojekt auf Gespräche statt Protestaktion, um Lösungen zu finden.
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Sie forderte als Corona-Leugnerin „ein Leben ohne Impfterror“, ist zur Stelle, wenn es gegen ein Bauprojekt geht, Chefin der Bürgerliste (PBL), und seit 2020 sogar Mitglied des Gemeindevorstandes (Bauwesen, Denkmalpflege, Vermessungswesen, Abwasserentsorgung und Kanalbau, öffentliche Beleuchtung). Aktuell hat sich Gabriele Wladyka gegen ein Mega-Projekt eingeschworen: den viergleisigen Ausbau der Südbahnstrecke zwischen Wien-Meidling und Mödling. Unter dem reißerischen Motto „Schiene killt Natur“ hat sie am Samstag zur Anrainer-Information ins Areal der Park & Ride-Anlage geladen.

„Es ist von den ÖBB absurd, auf so eine Idee zu kommen“

Bei der vorangegangenen Gemeinderatssitzung hat Wladyka Bürgermeisterin Andrea Kö, ÖVP, 342 Unterschriften von Bürgern übergeben, „die betroffen sind, das Projekt ablehnen und für unnötig halten“. Sie fühle sich als deren Sprachrohr: „Es ist von den ÖBB absurd, auf so eine Idee zu kommen“, meinte sie. Dafür werde nur Boden versiegelt, Grünraum vernichtet, damit „Hochleistungszüge mit 160 km/h durch dicht verbautes Gebiet donnern“. Ein Dringlichkeitsantrag der PBL, die Gemeinde solle das Projekt ablehnen und dafür keine Umwidmungen machen, wurde eingebracht und mehrheitlich abgelehnt.

ÖVP, Grüne, SPÖ und NEOS konterten mit einem Gegenantrag und eindeutigen Wortmeldungen gegen Wladykas Auftreten: Man werde sich weiterhin um gute Lösungen bemühen und nicht die Bevölkerung gegen die ÖBB aufhetzen, stellte Kö fest. „Es gab schon Termine zwischen Anrainern und der ÖBB – mit guten Lösungen; das ist unser Ansatz.“

Vizebürgermeister Christian Apl, Grüne, hielt das, was Wladyka mache, „für fahrlässig. Du verunsicherst die Menschen mit deinen Horrormeldungen“. Natürlich werde man im Vorfeld der Umweltverträglichkeitsprüfung versuchen, das Allerbeste für die Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer herauszuholen.

Viele Sorgen „nur wegen Fake News“

Gemeinderätin Martha Günzl, Grüne, legte Richtung Wladyka nach: „Viele Sorgen der Anrainer sind nur entstanden, weil du Halbwahrheiten und Fake News verbreitest.“

NEOS-Gemeinderat Anton Platt hielt den Antrag der Bürgerliste, „um es in Frau Wladykas Worten zu sagen, für sinnlos und absurd“. Die Südbahn gebe es seit 1842, seit zehn Jahren werde über den Ausbau diskutiert: „Jetzt gilt es, das Beste für Perchtoldsdorf herauszuholen und nicht, unrealistische Versprechen zu machen, die Hoffnungen wecken und zur Spaltung führen. Das ist unehrliche, populistische Politik.“

Vladimir Arthofer, SPÖ, „ist deshalb Gemeinderat, weil ich etwas bewegen will. Jetzt gilt es, Sachen abzuwenden, die nicht notwendig sind“, nicht aber, „einander zu bekriegen“. Für ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Hussian stand fest: „Jedes Projekt ist zu optimieren. Man muss nicht dagegen sein, um in Verhandlungsposition zu kommen“.

Der Antrag von ÖVP, Grünen, SPÖ und NEOS wurde – nicht überraschend – von der Bürgerliste und auch FPÖ-Mandatar Robert Lugar abgelehnt: „Das Hauptproblem ist, dass niemals die Grundsatzfrage gestellt wurde. Brauchen wir den Ausbau wirklich?“ Man ziehe nur zusätzlichen Verkehr an, wenn man den Öffi-Ausbau so stark auf einen Abschnitt konzentriere.

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