Bauherr weiß nichts von neuen Plänen. „Wesentliche Änderungen“ laut Gemeinde Grund des Genehmigungs-Entzugs für umstrittenes Bauvorhaben.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 16. September 2014 (10:05)
Seit Wochen wird nicht mehr gebaut. Nun hat die Gemeinde das Projekt abgelehnt.
NOEN, Burggraf

Das Bauvorhaben in der Wiener Gasse 102a sorgt seit geraumer Zeit für Aufregung. Die Anrainer fühlen sich von dem geplanten Gebäude mit 18 Wohnungen in ihrer Lebensqualität beschnitten. Vor allem die Bauhöhe mit zwölf Metern und die Garageneinfahrt über die Adam Strenninger-Gasse statt über die Wiener Gasse sorgen für Verärgerung.

Baustopp wegen Aufhebung der Genehmigung

Unterstützung erhalten sie von Bürgerliste-Gemeinderätin Gabriele Wladyka. In der ersten Instanz der Baugenehmigung wurde das Projekt zugelassen, nicht zuletzt, weil die Nachbarn gesetzlich keine Parteienstellung haben.

Nachdem die Anrainer dagegen protestierten, musste ihnen, auch von Rechtswegen her, Parteienstellung erteilt werden. Als Reaktion veranlasst die Gemeinde eine Aufhebung der Genehmigung, was einen Baustopp zur Folge hatte.

Vergangene Woche stand nun die Entscheidung in zweiter Instanz im Gemeindevorstand am Plan. Wladyka befürchtete ein „Drüberfahren“ und verlautbarte, dass die Gemeinde das umstrittene Projekt in seiner jetzigen Form genehmigen will. Am Ende musste Wladyka aber zurückrudern. Denn wie ÖVP und SPÖ in Aussendungen bestätigen, wurde dem Projekt die Baugenehmigung in zweiter Instanz versagt.

Als Grund für die Ablehnung werden „wesentliche Änderungen in den Projektplänen“ angeführt. Die Einwendungen Wladykas hätten keine Auswirkungen gehabt, so die ÖVP. Mit seiner Zustimmung zur Projekt-Ablehnung hadert aber SP-Klubobmann Anton Plessl.

Bauwerber Kirchmayer: „Es gab keine Änderungen"

Denn die Ersteinreichungsunterlagen hätten laut Ablehnungsbescheid keine Fehler enthalten, sondern erst die Änderungen. Daher könne der Bauwerber das ursprüngliche Projekt einreichen – „ich bedauere meine Zustimmung zum Antrag“, so Plessl.

Überrascht über die Vorgänge innerhalb der Gemeindepolitik zeigt sich Bauwerber Wolfgang Kirchmayer. „Es gab keine Änderungen! Das waren Vorschläge, um den Anrainern wie von Gemeindeseite gewünscht, entgegen zu kommen“, erläutert er im Gespräch mit der NÖN.

Auch eine Neueinreichung sei dies nicht gewesen, für ihn gebe es nach wie vor nur das ursprüngliche Projekt und dieses gelte auch. „Da ist sehr viel Polemik im Spiel, es wirkt wie Vorwahlkampf“, so Kirchmayer. Geringfügige, nicht neuerlich zu bewilligende Änderungen habe er schon vorgenommen.

Eine Verlegung der Garagenzufahrt auf die Wiener Gasse halte er aber für „Unsinn“. Zählungen hätte ein viel zu großes Verkehrsaufkommen ergeben.