Beatrixgasse 5: Beschluss vom Tisch. Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, nimmt die Umwidmung von der Tagesordnung und hofft auf Experten.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 21. März 2018 (04:05)
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Bürgermeister Martin Schuster.

 
Marktgemeinde Perchtoldsdorf

Die Grundstückseigentümerin „Real Estate Development“ (RED) will das Areal in der Beatrixgasse 5 endlich verwerten und Wohnungen errichten. Doch es spießt sich. Die Errichtung eines Tiefgeschoßes (Parkgarage) ist zwar technisch und formal möglich, allerdings wären dann zwei Grundwasserhorizonte in Gefahr.

Die ÖVP strebt deshalb eine Widmungsänderung von Bauklasse II auf III an. Dann könnte RED auf den Keller verzichten und dafür ein Geschoß höher bauen.

Eine zivilrechtliche Vereinbarung sei Ziel, betonte Baureferent Jan Cernelic, ÖVP, im NÖN-Gespräch. SPÖ, Bürgerliste, NEOS und Grüne liefen gegen die geplante Umwidmung Sturm.

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, nimmt die Causa nunmehr von der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung und hofft, dass die Experten der Wasserrechtsbehörde der Bezirkshauptmannschaft Mödling zu einer Lösung kommen. „Ich möchte nur noch einmal betonten, dass alles rechtens ist, die Gemeinde nichts verabsäumt hat.“

"Rundherum war schon alles verbaut"

Beim Bau des Kulturzentrums sei man Ende der 70er-Jahre auf die Wasserquelle gestoßen – die ist vom aktuellen Vorhaben übrigens nicht betroffen. Damals sei die von der Gemeinde geplante Verordnung eines Schutzgebiets gescheitert, merkte Schuster an. „Rundherum war schon alles verbaut“, war die Meinung der Sachverständigen der Landesregierung.

Auch die Grundwasserhorizonte seien, wie der Bürgermeister anmerkt, bei einem „normalen Keller eines Hauses nicht in Gefahr, beim Bau einer Garage sehr wohl: dafür muss man schon um einiges tiefer runter. Und dann könnte es sehr knapp werden“.

RED-Geschäftsführer Michael Wögerer hat auf NÖN-Anfrage klar angemerkt: „Ausdrücklich festhalten wollen wir, dass das dargestellte Projekt den derzeit bestehenden Bebauungsbestimmungen entspricht und diese Grundlage für den Ankauf der Liegenschaft waren.“