Bebauungsplan-Änderungen: Hochbau soll Wasser absichern. Zwei Vorhaben stoßen bei SPÖ und der Bürgerliste auf wenig Gegenliebe.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 14. Februar 2018 (03:20)
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Das Grundstück in der Beatrixgasse neben dem Kulturzentrum.
SPÖ

Das Grundstück in der Beatrixgasse 5 sorgt bei der Bürgerliste und der SPÖ für Kopfzerbrechen. Ein Blick in eine geplante Änderung des Bebauungsplanes ließe erkennen, dass „von Bauklasse II auf III angehoben und die Bebauungsdichte von 60 auf 80 Prozent erhöht werden soll“, ist Bürgerliste-Gemeinderätin Gabriele Wladyka erzürnt: „Damit wäre ein Wohnklotz von elf statt bisher sieben Metern Höhe möglich.“

Baureferent Jan Cernelic, ÖVP, hat die Erklärung parat: In eben jenem Bereich befänden sich zwei Grundwasserhorizonte, der für die örtliche Wasserversorgung nicht unbedeutende in nur wenigen Metern Tiefe. „Deshalb wollen wir mit dem Bauwerber eine zivilrechtliche Vereinbarung abschließen“, betont Cernelic. Ein Keller bleibe weiterhin absolutes Tabu, die verpflichtend vorgesehenen Stellplätze werden ins Erdgeschoß verlagert.

Dafür gibt’s quasi ein Geschoß oben drauf. Cernelic geht davon aus, dass die künftige Bauhöhe in unmittelbarer Nachbarschaft des voluminösen Kulturzentrums nicht ins gestalterische Gewicht fallen werde. SPÖ-Gemeinderat Toni Plessl ist skeptisch: „Der Bauwerber müsste eine wasserdichte Wanne errichten und zum Schutz der benachbarten Quelle Auflagen erfüllen.“ Um dem Bauwerber hohe Kosten zu ersparen, sollen nun die Bebauungsmöglichkeiten geändert werden, mutmaßt Plessl. „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, gewinnorientierten Einzelinteressen willfährig Vorschub zu leisten.“

Skepsis rund um den „Schul-Campus“

Nicht minder skeptisch sind SPÖ und Bürgerliste, was die Visionen, die sich rund um einen „Schul-Campus“ Roseggergasse ranken. Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, ist es seit Jahren ein Anliegen, die Raumnot im Gymnasium und der Volksschule zu beenden. Seine Idee: am noch freien Areal (etwa im Bereich des Trafos) könnte die neue Volksschule entstehen, das Gymnasium sodann im alten, aber entsprechend sanierten Volksschulgebäude Platz finden.

Aus Sicht der SPÖ handle es sich dabei „um enorme Veränderungen in sensiblen Bereichen. Sämtliche Beschränkungen bezüglich Bebauungsdichte sollen entfallen und so die Errichtung von Gebäuden bis zu 20 m Höhe möglich gemacht werden“.

Wladyka stößt ins selbe Horn: „100 Prozent Verbauung sind theoretisch möglich. Schon heute ist die Verkehrssituation in der Roseggergasse für Anrainer unerträglich.“ Das Fazit der Bürgerliste-Gemeinderätin: „Statt Bäume gibt es Bodenversiegelung und Verkehrsinfarkt. Wir sind gegen das Prestige-Projekt Schul-Campus in seiner derzeitigen Ausformung.“

Baureferent Cernelic ist bestrebt, „die planerischen Grundlagen für einen möglichen Neubau zu schaffen“ Schuster ergänzte: „Bevor irgendetwas passiert, wird es einen Architektenwettbewerb sowie Gespräche mit den Schulgemeinschaften und Betroffenen geben.“

Die beabsichtigten Änderungen im Bebauungsplan liegen noch bis 15. März im Gemeindeamt auf.

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