Perchtoldsdorf

Update am 18. Januar 2017, 12:40

von Christoph Dworak und APA Red

Betrug in großem Stil: 39 Opfer, 255.000 €!. 14 Monate lang haben Beamte der Kriminaldienstgruppe Perchtoldsdorf ermittelt. Jetzt gibt’s erste umfangreiche Ergebnisse.

Nach einem Betrugsversuch via Internet begannen die Ermittlungen.  |  Shutterstock/David Evison

Den Stein ins Rollen brachte ein Kreditantrag eines zu diesem Zeitpunkt noch unbescholtenen Serben (54) aus Wien. Er war auf ein im Internet angebotenes Fahrzeug einer Perchtoldsdorfer Autofirma aufmerksam geworden und wollte sich Geld „borgen“.

Dazu legte er aber einen gefälschten Personalausweis vor und gab sich zudem als Tscheche aus. Er wollte sich dadurch 35.000 Euro erschleichen.

Beamte legten sich auf die Lauer

Beamte der Polizeiinspektion Perchtoldsdorf begannen mit den Erhebungen. Sie laufen seit Oktober 2015.

Die Kriminalisten stellten bald fest, dass der Verdächtige – erneut unter dem tschechischen Namen – für eine GmbH, bei der er zu 20 Prozent als Gesellschafter aufschien, zwei Konten bei österreichischen Bankinstituten eröffnet hatte.

Die Beamten legten sich auf die Lauer und konnten den Mann doch tatsächlich beim Geldbeheben beobachten.

In den darauf folgenden Monaten gab’s äußerst umfangreiche Erhebungen zur Firma, wobei sich herausstellte, dass die GmbH in weitreichende Wirtschaftsbetrugsdelikte verwickelt war.

Sieben Beschuldigte ausgeforscht

Es konnten insgesamt sieben Beschuldigte ausgeforscht werden, die in unterschiedlichen Konstellationen über mehrere Monate hinweg betrügerisch aktiv waren. Pikantes Detail: auch zwei Angestellte von Bankinstituten sollen sich unter den Verdächtigen befinden; diesbezüglich laufen die Ermittlungen allerdings noch.

Nach den bislang abgeschlossenen Erhebungen gehen die Ermittler von einem Gesamtschaden in der Höhe von 255.000 Euro zum Nachteil mehrerer privater Firmen sowie der Republik Österreich aus.

Erhebungen reichten bis Polen, Lettland

Oberstleutnant Oliver Wilhelm, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant und Leiter des Kriminaldienstes, und macht deutlich, was alles zum Erfolg beigetragen hat: 21 Amtsvermerke, 42 Vernehmungen, zwei Hausdurchsuchungen, mehrere Sicherstellungen von Bargeld, neun Kontoöffnungen sowie eine Fachverbandsanfrage.

„Außerdem konnten bislang 39 Opfer ausgeforscht werden“, merkte Wilhelm an. Die exekutiven Fühler haben sich dabei auch auf Polen, Tschechien, Deutschland, Ungarn und Lettland erstreckt.