Gemeinde verordnet Stopp für Bauprojekt. Wiener Gasse 102a / Per Bescheid wurde die Genehmigung für das umstrittene Bauprojekt aufgehoben. Bauherr will dagegen vorgehen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 13. August 2014 (07:33)
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Die Bauarbeiten für die Wohnhausanlage in der Wienergasse 102a sind vorerst gestoppt worden. Im Herbst soll es nun die von Kritikern geforderte Bauverhandlung geben.
NOEN, Foto: Burggraf
Nachdem auf dem Grundstück Ecke Wiener Gasse und Adam Strenninger-Gasse vor knapp eineinhalb Monaten zu bauen begonnen wurde, regte sich sofort Widerstand. Die Anrainer hatten schwere Mängel ausgemacht, etwa, dass Bodenproben in lediglich vier Metern, statt in fünf bis sieben Metern Tiefe genommen wurden (die NÖN berichtete).

Immerhin sei auf diesem Grundstück zuvor eine Tankstelle gewesen, so die Kritik der Anrainer sowie Gabriele Wladyka, Gemeinderätin der Perchtoldsdorfer Bürgerliste (PBL). Die Mandatarin will zudem behördliche Verfehlungen bei Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft entdeckt haben, die aber beide Seiten zurückwiesen.

Bauverhandlung nach  Anrainer-Einspruch

Dennoch können sich die Kritiker nun über einen Erfolg freuen. Eine Berufung Wladykas im Namen der Anrainer führte dazu, dass die Gemeinde Ende der vergangenen Woche die Baugenehmigung für das Projekt aufhob. Vizebürgermeisterin Brigitte Sommerbauer (VP) dazu: „Die Begründung für die Vorgehensweise findet sich in den Bestimmungen der NÖ Bauordnung.“

Da sei im Paragraf 22 festgelegt, dass eine Vorprüfung entscheidet, ob den Nachbarn Parteienstellung zukommt oder nicht – und wenn nicht, entfällt auch die Bauverhandlung. Falls die Anrainer aber feststellen, dass sie doch in ihren Rechten eingeschränkt sind, haben sie „innerhalb von vier Wochen nach Baubeginn die Möglichkeit, diese bei der Baubehörde geltend zu machen“, so Sommerbauer. Dies sei in diesem Fall auch geschehen.

Kirchmayer: „Der Druck ist sehr groß geworden“  

„Im Herbst wird es nun eine Bauverhandlung geben“, weiß Wladyka. Dass es zuvor noch keine gegeben habe, bezeichnet sie als „Skandal“. Darüber hinaus habe sie vom Land NÖ die Bestätigung, dass die geplante Bauhöhe von 15 Metern zu hoch sei. „Ein freier Lichteinfall unter 45 Grad muss für die Hauptfenster der Anrainer gewahrt bleiben“, betont sie.

Die Bauarbeiten wurden inzwischen eingestellt, auch wenn Bauherr Wolfgang Kirchmayer zwei Wochen für das Bau-Aus Zeit gehabt hätte. „Der Druck wurde sehr groß“, erläutert er im NÖN-Gespräch. Gegen die Aufhebung der Baugenehmigung überlegt er rechtliche Schritte.