Mühlgasse: Betriebskosten erzürnen Mieter. SPÖ prangert Erhöhung von Abgaben an und kritisiert Auslagerung der Hausbetreuung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:22)
Die Wohnhausanlage in der Mühlgasse 32 – 34. Viele Mieter sind aufgebracht, weil sie über die Betriebskostenerhöhung nicht im Vorfeld informiert wurden. 
privat

SPÖ-Gemeinderat Anton Plessl erklärt: „Große Unzufriedenheit herrscht bei den Mietern der gemeindeeigenen Wohnhausanlage in der Mühlgasse 32 – 34. Grund dafür ist die Abrechnung der Betriebskosten. Diese erscheinen vielen zu hoch und teilweise als nicht gerechtfertigt.“

Was Plessl besonders erzürnt: „Den Mietern wurde lediglich lapidar mitgeteilt, dass die Kosten für die Betreuung der Liegenschaft gestiegen sind und es daher erforderlich ist, dass das Akonto für die Betriebskosten mit 1. Juli 2020 angehoben wird“. Die Erhöhungen betreffen die Kosten für die Müllcontainer und die Waschmünzenbearbeitung.

Doch Anlass zur Kritik gäben auch die Reinigung, der Winterdienst und die Gartenbetreuung. Plessl betont: „Hier wird eine detaillierte Arbeitsaufstellung der ausführenden Firma gefordert.“ Er ist davon überzeugt: „Jetzt rächt es sich, dass man die Hausbetreuung gegen den Widerstand der SPÖ nach St. Pölten ausgelagert hat. Früher wurde die Betreuung von einer Bediensteten der Marktgemeinde durchgeführt. Sie war jederzeit vor Ort und konnte rasch und unbürokratisch helfen. Und sie kannte alle Gegebenheiten.“ Und die vorhergesagten Einsparungen seien auch nicht eingetreten.

SPÖ kritisiert generell die Auslagerung

Plessl meint: „Diese Einsparung betrug lediglich einen halben Dienstposten. Die Kosten für die externe Hausverwaltung sind bei weitem höher als die versprochene Kostenreduktion.“

Christian Apl, Grünen-Vizebürgermeister erklärt: „Wir haben von Haus aus gesagt, wir schauen uns diese Auslagerung einmal an und evaluieren, ob sich das bewährt oder nicht.“ Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, ist überzeugt davon, „dass sich hinsichtlich der Betriebskosten gemeinsam mit der Hausverwaltung aufklären lässt, ob die Beträge richtig verrechnet wurden.“ Eine Sprechstunde mit Vertretern der Hausverwaltung am Dienstag, nach Redaktionsschluss, gab allen Mieterinnen und Mietern nach Voranmeldung die Möglichkeit, umfassende Einblicke in ihre Abrechnungen zu nehmen.

Katharina Granitzer, Geschäfstführerin der zuständigen HV Immobilienverwaltungs GmbH geht auf jeden Kritikpunkt ein (siehe links). Sie schickt jedoch voraus: „Die Betriebskostenabrechnung 2019 wurde in der Langfassung (sämtliche Rechnungen aufgelistet) so wie es im Mietrechtsgesetz vorgesehen ist, auf den Schwarzen Brettern der einzelnen Stiegen ausgehängt. Somit ist für alle Mieter ersichtlich, wie sich der Betriebskostenaufwand für die jeweilige Liegenschaft im Jahr 2019 zusammensetzt.“

Neben dem im Gesetz vorgesehenen Aushang wurden die Anteilsabrechnungen, also welcher Anteil auf das jeweilige Top entfällt, an alle Mieter per Post versandt.

Granitzer betont: „Sämtliche Anfragen, welche bei uns als Verwaltung eingelangt sind, haben wir beantwortet. Es besteht auch die Möglichkeit, jederzeit zur Belegeinsicht zu uns ins Büro zu kommen.“