Mutter-Tochter-Duo missachtete Corona-Quarantäne. Ein Besuch beim Heurigen trotz positivem Corona-Test endete für eine Perchtoldsdorferin in einer Verhandlung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2021 (04:34)
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„Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder Linsen essen werde“, erklärte eine 86-jährige Frau aus Maria Enzersdorf vor Gericht. Sie stand wegen Beteiligung an der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten vor Gericht.

Hauptangeklagt ist ihre Tochter, eine 54-jährige Perchtoldsdorferin, die trotz positivem Corona-Test-Ergebnis Anfang September mit ihrer Mutter noch zum Heurigen ging.

Mama gab als Entschuldigungsgrund an, dass sie ihrer Tochter das Kochen ersparen wollte. „Ich war so selig mit meinem Linsengericht, aber wenn ich gewusst hätte, was für eine Maschinerie wir da in Gang setzen ...“

Die Perchtoldsdorferin erklärte der Richterin, dass ihre Mutter die Idee hatte, am Nachmittag noch schnell zu ihrem Lieblingsheurigen zu gehen, „für den Fall, dass ich sie auch angesteckt habe und sie vielleicht ins Spital muss“. Es sei für sie eine völlig neue Situation gewesen.

Beide Frauen bekannten sich vor Gericht „nicht schuldig“, weil laut Anwalt beim PCR-Test der Tochter ein CT-Wert von 34 nachgewiesen wurde und nach Empfehlung vom Gesundheitsministerium bei einem solchen Wert über 30 keine Ansteckungsgefahr mehr herrscht.

Seine Mandantinnen seien zwar naiv gewesen, aber strafrechtlich hätten sie sich nichts zuschulden kommen lassen, merkte der Verteidiger an.

Der Prozess wurde vertagt, um einen Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Mödling zu laden.