Öl! „Unter Grenzwerten“. Erneut Aufregung nach dem Baubeginn für das Wohnprojekt: Die Anrainer erhalten nun doch den Baubescheid – und ein Öl-Restfund sorgt für Unruhe.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 30. Juli 2014 (07:31)
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Bürgerliste-Gemeinderätin Gabriele Wladyka hat sich des Neubau-Projekts in der Wiener Gasse 102a angenommen. In der Vorwoche haben sich die Ereignisse förmlich überschlagen. Zum einen aus formalen Gründen: Die Bautätigkeit auf dem Grundstück der ehemaligen Tankstelle sei bereits voll im Gange, wetterte Wladyka. „Und unser Bauamt ist immer noch am Prüfen, ob die Anrainer Parteistellung haben“.

„Hier ist also nichts Unrechtes bewilligt worden“

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, schüttelt den Kopf. Grundsätzlich habe alles im Verfahren um den Wohnbau seine rechtliche Richtigkeit. Dennoch habe man sich nunmehr dazu entschlossen, den Nachbarn den Baubescheid zukommen zu lassen. Etwaige Einsprüche werden sodann in zweiter Instanz behandelt werden. „Wir wollen uns nicht den Vorwurf gefallen lassen, wir hätten nicht alles getan, um für eindeutige Rechtssicherheit zu sorgen.“ Dieser Weg sei zwar „nicht üblich, erfolge aber ab und zu“.

Eines bekräftigte Schuster aber mit Vehemenz: „Die Bezirkshauptmannschaft Mödling hat uns, was die Bauhöhe anbelangt, bereits bestätigt. Hier ist also nichts Unrechtes bewilligt worden.“ Die Konsequenzen für den Bauwerber, der leider nicht erreicht werden konnte: „Sobald es den ersten Einspruch gibt, endet die Baubewilligung vorerst“, merkt Schuster an.

Restkontamination nur riech-, kaum messbar 

Auch den von Wladyka dramatisierten Ölfund bei den Grabungsarbeiten relativiert Schuster und verweist auf die ständigen Kontrollen. Bezirkshauptmann Philipp Enzinger erklärt im NÖN-Gespräch: „Die Gewässeraufsicht begleitet zusätzlich zur verpflichtend vorgeschriebenen Bauaufsicht aufgrund der bei uns eingegangen Hinweise die Arbeiten durch regelmäßige Überprüfungen.“ Bei den bisherigen Probeschürfen sei eine geringe Restkontamination des Erdreiches riechbar, diese liege aber „unter allen Grenzwerten und ist daher unbedenklich“.

Auch Beprobungen eines in unmittelbarer Nähe situierten Brunnens hätten zwar eine „riechbare Restkontamination ergeben –  die liegt allerdings sogar unter der Nachweisgrenze“. Kurzum ist Enzinger überzeugt: „Insgesamt stellen die derzeitigen Maßnahmen eine weitere Verbesserung der bestehenden Situation dar und werden engmaschig kontrolliert.“