Sommerspiele-Bilanz: 95-prozentige Auslastung. Heinrich von Kleists Klassiker „Der Zerbrochne Krug“ wollten über 7.000 Besucher sehen. Nur zwei Vorstellungen der Sommerspiele Perchtoldsdorf fielen regenbedingt ins Wasser.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. August 2021 (15:30)
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Eine erneut sehr erfolgreiche Sommerspiele-Saison in Perchtoldsdorf ist am Samstag zu Ende gegangen.
Marktgemeinde

Die achte Saison der Sommerspiele unter der Intendanz von Michael Sturminger ging am Samstag erfolgreich zu Ende. Mit 7.321 Besuchern lag die Auslastung bei 95 Prozent, wobei das Sitzplatzangebot bei sieben Vorstellungen weit über die üblichen 500 Plätze hinaus erweitert werden musste. Da die Marktgemeinde aus Sicherheitsgründen auf eine Indoor-Ausweichmöglichkeit im Burgsaal verzichtet hatte, fielen zwei der insgesamt 17 Aufführungen (just die Premiere am 30. Juni und die Vorstellung am 17. Juli) wetterbedingt zur Gänze aus.

Sturminger – er inszeniert derzeit in Salzburg „Jedermann“ und „Tosca“ (mit Anna Netrebko) machte mehrere Faktoren für den durchschlagenden Erfolg verantwortlich: „Die Lebendigkeit der Kleist’schen Figurengestaltung, die Raffinesse seiner Gesellschaftskritik und die Komik seiner Menschenkenntnis überzeugten in der sehenswerten Inszenierung von Veronika Glatzner und den fantasievoll gezeichneten Rollen des Ensembles“.

Wesentlichen Anteil an dem gelungenen Theatererlebnis hatte auch die Tribüne. In Verbindung mit der Drehbühne, die ein 360 Grad-Erlebnis ermöglichte, wurde die verzwickte Problemstellung, wer das berühmteste Keramikgefäß der Theatergeschichte tatsächlich zerbrochen hat, aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln erlebbar.

Bürgermeisterin Andrea Kö, ÖVP, bekräftigte die Wichtigkeit der Sommerspiele für den Kulturstandort Perchtoldsdorf und gibt sich zuversichtlich, den Spielbetrieb auch nächstes Jahr – bestenfalls wieder mit einer Indoor-Schlechtwetter-Variante – zu erhalten. „Mit Michael Sturminger, der seiner bisherigen künstlerischen Linie – erstklassige klassische Theaterkunst mit zeitgenössischem Anspruch – auch 2022 treu bleiben will, sind gute Voraussetzungen dafür geschaffen.“ Im Herbst wird die Stückwahl für den nächsten Theatersommer bekannt gegeben.