Sommerspiele: Grünes Licht für "Zerbrochnen Krug". Das Zittern um den kulturellen Höhepunkt in Perchtoldsdorf hat ein Ende. Wie die NÖN am Montagvormittag erfahren hat, ist die Verschiebung der Sommerspiele auf 2022 vom Tisch. 126.000 Euro, die die Gemeinde als Veranstalterin aufbringen muss, können nun doch gestemmt werden, vermeldete Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, zufrieden.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 18. Januar 2021 (14:39)
Schon 2020 hat Intendant Michael Sturminger um die Austragung der Perchtoldsdorfer Sommerspiele gezittert. Heuer gilt der kulturelle Höhepunkt auch dank der Unterstützung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als gesichert.
Judith Jandrinitsch

Sein Versprechen, sich bis spätestens März „intensiv darum zu bemühen, diese Summe doch noch irgendwie aufzubringen“, habe gefruchtet, atmete der Ortschef auf. Damit ist fix, dass Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug" in der Regie von Veronika Glatzner über die Bühne vor der Burg Perchtoldsdorf gehen wird. Das Land habe seine Unterstützung zugesagt, Sponsoren ebenso, die Gemeinde konnte Corona-bedingt Finanzmittel umschichten: "Die Schmidt-Tage, Chorauftritte und Konzertreihen müssen entfallen und auf nächstes Jahr verschoben werden." Eben jenes Geld fließe nun in die Sommerspiele. "Keine Angst, wir nehmen dafür keine Kredite auf oder verschulden uns", lässt Schuster nicht unerwähnt. Und auch das Team rund um Intendant Michael Sturminger müsse mit deutlich weniger Geld auskommen. Es geht um einen fünfstelligen Euro-Betrag. 

Sturminger ist auf NÖN-Anfrage vorerst einmal "sehr glücklich, dass wir spielen werden. Ich habe mich - was auch meine Aufgabe ist - bis zuletzt dafür starkgemacht". Das Team für die Kleist-Komödie sei bereits im September gestanden, umso deprimierender seien alle gewesen, als die Vorhänge im Zuge der Lockdowns fielen und auch die Sommerspiele an einem seidenen Faden hingen. Sein Dank gilt vor allem "Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die wie ein Fels hinter uns steht". Dass er mit weniger Geld auskommen müsse, habe er zu akzeptieren. "Wir verzichten auf einen Teil der Gagen und haben heuer kein Ensemble in Shakespeare-Dimensionen." Sturminger brach zudem eine Lanze für die Branche: "Die Gesellschaft braucht Spitäler, Schulen, Kindergärten - und die Kultur." Und er erinnerte an die Worte, die Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg geäußert haben soll, als seine Berater Kunstförderungen kürzen wollten: "Wofür kämpfen wir dann?"  

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