Perchtoldsdorfer Winzer machen gemeinsame Sache

2014 wurden Perchtoldsdorfs Winzer erstmals beim damaligen Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, vorstellig. Die Produktionsstätten, die sich aktuell jeweils in den Heurigenbetrieben befinden, platzen aus allen Nähten. Im historischen Ortskern sind keine Erweiterungsmöglichkeiten gegeben, also kam die Idee nach einer gemeinsamen Produktionsstätte auf.

Erstellt am 22. Oktober 2021 | 20:53
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Die Winzer, Bürgermeisterin Andrea Kö, Landtagsabgeordneter Martin Schuster und Landesrat Martin Eichtinger am Areal, wo die Weinhallen entstehen.
Foto: Dworak

Mit Landwirtschaftsreferent & Winzer Josef Schmid, ÖVP, an der Spitze wurde ein Grundstück gesucht. Im Bereich Herzogbergstraße/A21/Hochleitenbach wurde man schlussendlich fündig. Dann begann die schier unendliche Geschichte: 18 Besitzer der etwa zwei Hektar großen Fläche mussten kontaktiert werden, bis alles unter Dach und Fach war, Schmid hat „mit 16 persönlich gesprochen“, zwei konnten erst nach langwierigen Recherchen eruiert werden.

Im Vorjahr war es so weit, der Weinbauverein Perchtoldsdorf und die Marktgemeinde haben den Beschluss gefasst, ein gemeinschaftliches landwirtschaftliches Betriebsgelände zu realisieren, wo vorerst acht Hallen errichtet werden, die im Eigentum einzelner Betriebe stehen. Am Freitagvormittag kam es zu dem von den Winzerinnen und Winzern heiß ersehnten Spatenstich.

Bürgermeisterin Andrea Kö, ÖVP, steht „hundertprozentig hinter diesem einzigartigen Projekt, weil unsere Weinbauern mit ihrer Arbeit in und mit der Natur einen wesentlichen Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft leisten. Ich bedanke mich auch für euer Durchhaltevermögen“, ließ sie die Winzer wissen.

Schuster war von Beginn an klar, dass „Qualität auch Grundlagen braucht“, weshalb es seitens der Gemeinde ein einstimmiges Ja zum Projekt gegeben habe. Der rechtliche Aufwand, bis alles unter Dach und Fach gewesen sei, „war unglaublich“. Unter anderem wurden das Okay der Naturschutzbehörde eingeholt und die Widmung „Grünland-Landwirtschaft“ mit einer entsprechenden Ausnahme für das Areal aufrechterhalten: „Es darf keine Partymeile oder Lagerhalle beispielsweise für Oldtimer entstehen“, merkte Schuster an. „Es wird eine reine Produktionsstätte.“

Weinbauvereinsobmann Toni Nigl sieht in den neuen Hallen eine Art „Co-Working-Space, wo durch die enge Zusammenarbeit Synergieeffekte genützt und Geräte gemeinsam verwendet werden können“. Durch das Projekt werde dem örtlichen Weinbau „eine bedeutende Zukunftsperspektive eröffnet“. 

Um den Anforderungen an eine ökologisch nachhaltig ausgerichtete Landwirtschaft gerecht zu werden, wird auf energiesparende Bauweise gesetzt; der Energiebedarf wird zu einem Großteil aus Photovoltaikanlagen gedeckt.

Winzer & Architekt Karl Brodl freut sich auf die Umsetzung des „Vorzeigeprojekts. Wir wollen naturnah wirtschaften“, Landesrat Martin Eichtinger, ÖVP, sprach gar von „historischen Dimensionen. Dieses Projekt wird national und international für Aufsehen sorgen“.