Badener Krankenhaus ist im Notfall-Betrieb

Erstellt am 23. März 2022 | 05:43
Lesezeit: 3 Min
PK_LandeskrankenhausBaden_Baldauf
Foto: NÖN/Pexels_Gratisography
Planbare Operationen werden für zumindest zwei Wochen verschoben. Akut-Versorgung aber gewährleistet.
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Die aktuelle Corona-Lage geht an den Krankenhäusern der Thermenregion nicht spurlos vorüber. Aufgrund der zahlreichen Ausfälle bei Ärzten und Pflegern gelte in den Spitälern Neunkirchen, Baden, Mödling und Wiener Neustadt derzeit Notfall-Betrieb.

„Wir rechnen damit, dass in zwei Wochen wieder Entspannung eintreten könnte“

Rund 20 Prozent des Personals seien aktuell in Quarantäne oder abgesondert. Das hat jetzt auch spürbare Auswirkungen auf den Krankenhaus-Betrieb: Planbare Operationen, wie etwa ein Eingriff an der Hüfte oder an der Leiste, werden derzeit nicht durchgeführt. „Wir rechnen damit, dass in zwei Wochen wieder Entspannung eintreten könnte“, sagt Ludwig Gold, Geschäftsführer der Gesundheit Thermenregion GmbH. Falls nicht, müsse der Notfall-Betrieb länger aufrecht erhalten werden.

Betont wurde bei einer Pressekonferenz, dass alle Notfälle, wie etwa Verletzungen nach einem Autounfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall weiter behandelt werden. „Mit den gesetzten Maßnahmen ist die Akut-Versorgung für die Bevölkerung weiterhin gewährleistet“, erklärt Johann Pidlich, ärztlicher Direktor des Landesklinikums Baden-Mödling, „es werden nur jene Eingriffe verschoben, wo eine Verschiebung beim Patienten keinen Schaden anrichtet.“

Um die Versorgung und Untersuchungen sicherzustellen, werden sowohl Personal als auch Patienten innerhalb der Thermenregion transferiert. Pflegedirektorin Petra Augustin betont: „Dank der Flexibilität unserer Mitarbeiter können wir diese schwierige Situation bewältigen, aber unsere Mitarbeiter sind nach zwei Jahren Pandemie erschöpft.“

„Ich hätte am Donnerstag einen Termin für meine Knie-OP gehabt, der ist auch verschoben worden.“ 
Landtagsabgeordneter Christoph Kainz

Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, ÖVP, ist selbst ein Betroffener: „Ich hätte am Donnerstag einen Termin für meine Knie-OP gehabt, der ist auch verschoben worden.“ Das ganze System möchte er nicht schlechtreden, „wir verfügen in der ganzen Thermenregion über Spitzenmedizin, vom Krankenhaus Wr. Neustadt über das Landesklinikum Hochegg bis zu den Krankenhäusern in Baden und Mödling. Der Politik ist bewusst, dass wir im Pflegebereich besser werden müssen, es müssen kreative Zugänge gefunden werden, um mehr Menschen in den Krankenhausbetrieb zu bekommen“. Bund und Länder seien gemeinsam gefordert, „um die Pflege nachhaltig abzusichern und auf neue Beine zu stellen“

„Wir brauchen in jeder Region Ausbildungseinheiten, um mehr diplomiertes Pflegepersonal und mehr Pflegeassistentinnen zu bekommen, um in Zukunft mit solchen Krisen besser umzugehen“ Landtagsabgeordnete Helga Krismer

Landtagsabgeordnete Helga Krismer, Grüne, ist der Meinung, dass die aktuellen Coronazahlen das eine seien, in Niederösterreichs Spitäler aber sowieso schon ein chronischer Personalmangel herrsche. „Erst in den letzten Wochen hat die ÖVP reagiert und die Ausbildungsplätze erhöht. Wir brauchen in jeder Region Ausbildungseinheiten, um mehr diplomiertes Pflegepersonal und mehr Pflegeassistentinnen zu bekommen, um in Zukunft mit solchen Krisen besser umzugehen“. Es wäre für das Land NÖ auch möglich gewesen, an eigenen, strengeren Corona-Regeln festzuhalten.

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