„Fest der Demokratie“ im Bezirk Mödling . Kritik von „Volkshilfe“-Mann Erich Fenninger: „Korruption sitzt nicht unter, sondern über uns.“

Von Michelle Schüller. Erstellt am 18. September 2019 (03:46)

„Do it now“, mit der Hymne der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“, eröffnete Christoph Kornitzer am Sonntag am Schrannenplatz in Mödling das „Fest der Demokratie“. Gemeinsam mit Initiatorin Elisabeth Klatzer – bekannt als Organisatorin der „#zusammenHaltNÖ“-Bewegung während der Zeit der Flüchtlingsunterbringung in St. Gabriel – begleitete er die Zuhörer durch das Programm.

„Demokratie heißt mitgestalten können“ lautete das Credo – und die anwesenden Initiativen zeigten, wie vielfältig und wichtig das Engagement von Menschen in Mödling ist: Veronika Haschka von Connect Mödling erzählte über die Arbeit des Flüchtlingsnetzwerkes. Corinna Obrist von „Kassandra Frauenberatung“ bemängelte die notwendige finanzielle Unterstützung ihrer Non-Profit-Organisation. Sandra Obermair vom Elternverein des Gymnasiums Bachgasse hob hervor, dass auch Eltern an der Schule wichtige Beiträge leisten können, damit demokratisches Engagement möglich wird.

"Ich werde niemandem hier sagen, wen er wählen soll."

Und Friedrich Stürmer von der Attac-Regionalgruppe Mödling unterstrich die Perspektive der demokratischen Gestaltung einer fairen Wirtschaft als wichtige Lebensader einer lebendigen Demokratie.

Pater Franz Helm von den Steyler Missionaren erzählte die Geschichte von #zusammenHaltNÖ. Noch gebe es starke demokratische Grundfesten in unserer Gesellschaft: „Wir wissen sie mehr denn je zu schätzen. Doch die letzte Regierungsperiode brachte einige dieser Pfeiler ins Wanken“, merkte Klatzer an. Als prominenter Redner betonte Star-Schauspieler Karl Markovics: „Ich werde niemandem hier sagen, wen er wählen soll.“ Mit Zitaten von Sokrates und Descartes, die sich dem Denken widmen, rief er allerdings die Anwesenden dazu auf, „durch freies, nach oben offenes Denken zu mündigen Zeitgenossen zu werden“. Und er forderte von Schulen, „einen Prozess in Gang zu setzen, der ein Leben lang fortschreitet“.

Von Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe, waren Aussprüche wie – „Wir leben in einer gefährlichen Zeit“, „Regierungen werden eher gekauft als gewählt“ und „Die Korruption sitzt nicht unter, sondern über uns“ – zu hören.