Mödling

Erstellt am 06. Dezember 2018, 04:00

von Christoph Dworak

Robert Mayer: „Alles sehr überraschend“. Robert Mayer (57), ÖVP, kritisiert im NÖN-Gespräch die Art und Weise seiner „Absetzung“.

Robert Mayer wurde als Stadtrat abberufen.  |  Garaus

Dieser Polit-Paukenschlag, der am Dienstag der Vorwoche kurz vor Redaktionsschluss ertönte, hatte es in sich: Mödlings Jugend-Gemeinderat und JVP-Obmann Otto Rezac wurde im Rahmen des VP-Stadtparteivorstandes einstimmig zum sofortigen Nachfolger von Robert Mayer als Stadtrat für Jugend, Sport und Jumelage bestellt. Die Weichen seien im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen 2020 „weiter in Richtung Jugend gestellt worden“, begründete Bürgermeister & Stadtparteiobmann Hans Stefan Hintner die Personalrochade.

Mayer, seit 24 Jahren im Gemeinderat, die letzten 14 Jahre davon als Sport-Stadtrat, kann das im NÖN-Gespräch nicht so ganz bestätigen: „Für mich kam alles sehr überraschend. Ich habe erst in der Sitzung erfahren, dass der Bürgermeister kein Vertrauen mehr in mich hat.“ Das „Verjüngungs-Argument“ könne er auch nur bedingt nachvollziehen: „Ich war der viertälteste Stadtrat.“

Dennoch: Er habe die Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen, wiewohl sie ihm „sehr, sehr leid, ja, sogar ein bisserl wehtut“. Er habe sich stets für den Sport und dessen engagierte Personen eingesetzt, merkte Mayer an. Er nehme die Situation „sportlich. Damit muss ich fertig werden. Nach jeder Niederlage gibt’s wieder ein Hoch“.

Jetzt wolle er nichts überstürzen, sondern drei Möglichkeiten ausloten: „Ich bleibe ÖVP-Gemeinderat, ziehe mich komplett aus der Politik zurück oder kehre der ÖVP den Rücken und werde ,Wilder Gemeinderat’.“

Nr. 1 bei den Vorzugsstimmen

Dass Mayer bei der Dezembersitzung als Gemeinderat anzutreffen sein wird, ist so gut wie sicher, denn: „Ich habe bei der letzten Wahl mit 327 die meisten ÖVP-Vorzugsstimmen erhalten, also umgerechnet eineinhalb Mandate geholt. Ich will meine Wählerinnen und Wähler nicht enttäuschen.“

Hans Stefan Hintner mit dem designierten Sport-Stadtrat Otto Rezac.  |  www.mvp.at

Auch die Reaktionen seien ermunternd gewesen: „Die Telefone sind heißgelaufen.“ Die politischen Zukunftsplanungen muss Mayer aber wohl ad acta legen: „Ich wollte noch eine Funktionsperiode – bis 2025 – anhängen und parallel dazu einen jungen Nachfolger aufbauen.“ Der ist jetzt schon am Ruder. Rezac, der aktuell berufsbegleitend sein letztes Studienjahr „Internationale Wirtschaftsbeziehungen mit Schwerpunkt Zentral- und Osteuropa“ in der Fachhochschule Burgenland absolviert, ist seit 2013 Obmann der JVP und seit 2015 Gemeinderat: „Ich werde mein neues Amt mit viel Engagement und Elan in Angriff nehmen.“

Mayer bleibt vorerst Stadtbad-Direktor.