Mordverdächtiger Asylwerber schlug auf Mithäftling ein. Der 25-jährige Asylwerber, der am vergangenen Donnerstag in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) unter Mordverdacht festgenommen worden ist, hat in der Justizanstalt Wiener Neustadt einen Mithäftling schwer verletzt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. Mai 2018 (10:37)
BS
Die Justizanstalt Wiener Neustadt.

Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte am Dienstag auf Anfrage entsprechende Medienberichte. Gegen den Nigerianer wird nun auch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung ermittelt. Der Mann wurde zudem in einer Absonderungszelle untergebracht, teilte Habitzl mit. Wegen des Verdachts des Mordes befindet sich der 25-Jährige seit Sonntag in U-Haft.

Der Beschuldigte soll der Polizei zufolge in der Nacht auf Donnerstag einen 26-Jährigen aus Bangladesch in einer Asylunterkunft erschlagen haben. Das Motiv blieb vorerst unklar. Der Beschuldigte war wegen Suchtgiftdelikten bereits amtsbekannt.

Die Tageszeitung "Heute" schrieb am Dienstag, dass der Nigerianer nun einen Mithäftling ins Krankenhaus befördert habe. Das Opfer sei "mit mehreren Brüchen im Gesicht, einer Armfraktur und ausgeschlagenen Zähnen" ins Landesklinikum Wiener Neustadt eingeliefert worden. Laut Justizministerium konnte der Gefangene nach der Behandlung in die Justizanstalt Wiener Neustadt zurückgebracht werden.

FP-Waldhäusl zu Fall in Maria Enzersdorf

Der niederösterreichische FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl hat sich am Dienstag zu der Bluttat im Asylheim St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) geäußert. Er bezeichnete ein Ansuchen der Caritas um 350.000 Euro für die Betreuung traumatisierter Menschen im Haus St. Gabriel als "Altlast", weil es schon zur Amtszeit seines Vorgängers eingetroffen sei.

In St. Gabriel geschah vergangene Woche nach den Worten des Landesrats eine "schwere kriminelle Handlung". Waldhäusl sprach damit im Rahmen eines Pressegesprächs die Bluttat an, der ein 26-Jähriger aus Bangladesch in dem Heim zum Opfer gefallen ist. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 25 Jahre alten Nigerianer, der in U-Haft ist.

Er sei erst seit 22. März im Amt, verwies Waldhäusl auf das bereits länger zurückliegende Ansuchen. Vor einer Woche habe er vorerst 50.000 Euro schriftlich zugesagt. Es gebe einen Betreuungsvertrag mit der Caritas, gewisse Punkte müssten jedoch sichergestellt sein. So müsse etwa eine Lücke geschlossen werden, wenn ein Betretungsverbot verhängt werde.

Ein solches bestand in der Asylunterkunft in Maria Enzersdorf nach einem Zwischenfall vom Dienstag vergangener Woche (1. Mai) für den Nigerianer. Der soll jedoch in der Nacht auf Donnerstag zurückgekehrt sein und die Bluttat verübt haben.

Der Polizei die Schuld zu geben, will Waldhäusl nicht zulassen. Die Exekutive habe mit dem Betretungsverbot "getan, was sie tun musste". Hinsichtlich des Caritas-Ansuchens um mehr Geld müsse er "starke Vorwürfe" an seinen Vorgänger Franz Schnabl (SPÖ) richten, sagte der FPÖ-Landesrat.