In der WG lebt es sich viel besser. Der Lions Club Mödling unterstützt ein Wohnprojekt des „tralalobe“-Vereines zugunsten junger Asylwerber.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 23. November 2016 (04:28)
NOEN, Dworak
Otto Ellinger, Herbert Binder, Harald Ropez und Andreas Diendorfer (hinten v.l.) mit Ebrahim, Hashim, Mahommad und Shawali (v.l.).

Sobald „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ 18 Jahre sind, müssen sie ihr eigenes Leben in die Hand nehmen. Heißt: Raus aus den betreuten Quartieren! „Wenn wir nichts tun, kommen die jungen Flüchtlinge in irgendeine Unterkunft am Land“, merkt Andreas Diendorfer, Geschäftsführer des Vereines „tralalobe“ an. Der Verein wurde 2012 von den Firmen Radatz und Almdudler gegründet wurde, um bedürftigen Kindern, Jugendlichen und unbetreuten minderjährigen Flüchtlingen Sicherheit und Lebensfreude zu geben.

Daher habe man sich entschlossen, „Grundversorgungs-Quartier anzumelden“, erklärt Diendorfer. Eines davon konnte in der Enzersdorfer Straße realisiert werden. Ebrahim, Hashim, Shawali (alle aus Afghanistan) sowie Mohammad aus dem Irak bilden ebendort eine Wohngemeinschaft.

Bei der Auswahl der Personen habe man „auf das jeweils bestehende Ausbildungsverhältnis Rücksicht genommen“, sagt Diendorfer. Alle vier gehen in Mödling zur Schule und haben Paten: „Wir wollen mit dem Projekt erreichen, dass die Flüchtlinge den Weg vom Rand in die Mitte finden.“

Keine Probleme mit Nachbarn

Mödlings Flüchtlingsbeauftragter Harald Ropez ist einer der Paten. Er betreut Ebrahim, der einmal „Computer-Ingenieur werden möchte“. Hashim will Autolackierer werden – „das habe ich zu Hause auch gemacht“ – und steht in der Obhut von Herbert Binder vom Lions Club. Er war es auch, der sich um die Unterstützung des Projekts bemühte.

Lions-Präsident Otto Ellinger hat 5.000 Euro übergeben, wofür sich Diendorfer herzlich bedankt: „Damit ist die Wohnung für ein Jahr gesichert.“ Ellinger hofft, dass das Projekt hilft, „die Rotationsbewegung für die Flüchtlinge am Rand der Gesellschaft eine immer schnellere wird. Wir vom Lions Club wollen sensibilisieren.“

Mit den Nachbarn gebe es „überhaupt kein Problem“, sagt Ebrahim in bereits gutem Deutsch. „Sie haben uns zur Begrüßung Kuchen geschenkt.“

Weitere Unterkünfte entstehen

Weitere derartige Quartiere gibt’s bald an der Goldenen Stiege, in der Brühler Straße und auch in Wiener Neudorf.

Diendorfer ergänzt: „Wir freuen uns über Spenden, vor allem aber über Gutscheine und Zuschüsse für Fahrkarten. Damit ist den jungen Flüchtlingen am meisten geholfen.“