125 Jahre Raika Breitenfurt: Jubiläum kommt Jugend zugute

Erstellt am 31. Mai 2022 | 05:45
Lesezeit: 3 Min
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Obmann der Region Breitenfurt Josef Weigl, Bankstellenleiter Bankstelle Breitenfurt Michael Hammerlindl, Verfasser und Herausgeber der Zeitschriftenserie „Historisches Breitenfurt“ Helmut Schmitt, Obmann der Raiffeisenbank Wienerwald Emmerich Berghofer
Foto: Raika Wienerwald
Raika Wienerwald übernimmt Hälfte der Kosten für Jugendprojekt beim Skaterplatz.
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Die Raika Breitenfurt feierte ihr 125-Jahr-Jubiläum auf eine ganz besondere Weise. Nicht mit einem großen Fest, „da zum Zeitpunkt der Planung nicht abzusehen war, wie sich die Corona-Situation entwickelt“, erklärt Andrea Felber, Marketingbeauftragte der Raiffeisenbank Wienerwald. Statt dessen bat Obmann Emmerich Berghofer den Herausgeber der Zeitschrift „Historisches Breitenfurt“, Helmut Schmitt, in der Ausgabe 19 ganz besonders auf die Geschichte der Raika Breitenfurt einzugehen.

Wie Breitenfurt seine Krise überwunden hat

Der Obmann unterstütze die Forschungen mit historischen Unterlagen und es kam sehr Interessantes zutage, musste sich die Gemeinde quasi gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund eines gravierenden Wandels in der Arbeitswelt neu erfinden. Dabei spielte die Gründung einer Genossenschaft nach dem Vorbild Friedrich Wilhelm Raiffeisens eine entscheidende Rolle.

Der Brennholzbedarf der Reichshauptstadt Wien war um 1897 durch die Erschließung neuer Energiequellen wie Kohle rapide gesunken. Für die Breitenfurter Bauern, Kleinhäusler und Holzfäller fiel damit eine wichtige Einnahmequelle weg. Zudem stellte die Brauerei Liesing von Natureiskühlung auf Kühlung von künstlich gewonnenem Eis um. Also gab es auch keine Zusatzverdienste mehr durch das Schneiden von Natureis aus dem Stelzerteich, dem Linken Graben und dem Tiefen Kessel. Dadurch bekamen auch Gastwirte, Greißler und Handwerker Einkommensprobleme.

Pfarrer Johann Hofer hatte die Idee, nach dem Vorbild Raiffeisens eine Sparförderung im Ort einzurichten.

Forstrat Robert Fünkh schlug nach dem Vorbild Raiffeisens – der hatte das gleiche im Westerwald gemacht – tiefe Schneisen in den Wienerwald, um neue Straßen und damit neue Einkommensquellen zu erschließen. So wurde etwa die Straße zwischen Breitenfurt und Wolfsgraben errichtet. Nicht nur die neuen Straßenverbindungen machten Fortschritte, am Ende des Gründungsjahres zählte die Genossenschaft bereits 25 Mitglieder und einen Einlagenstand von 3.188 Gulden. Das Interesse an der Ausgabe 19 von „Historisches Breitenfurt“ war groß. Die Raika Wienerwald hat die Mehrzahl der Broschüren gekauft und diese an die vielen Interessierten übergeben.

Mit dem Verkaufserlös unterstützt die Bank nun die Gemeinde. Bürgermeister Wolfgang Schredl, ÖVP, erklärt: „Wir werden uns mit der Raika die Projektkosten 50:50 teilen, um etwas Attraktives für die Jugend auf die Beine zu stellen. Entweder ein Sportgerät, das der Motorik dient oder wir investieren direkt in den Skaterplatz selbst.“

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