Streit ums Zahlenwerk in Hennersdorf. „Der Rechnungsabschluss ist derart fehlerhaft, dass er nicht beschlossen werden konnte. Jetzt muss das Zahlenwerk umfassend überarbeitet und neu vorgelegt werden“, kritisiert Hennersdorfs SPÖ-Fraktionschefin Doris Di Giorgio "den schlampigen Umgang der ÖVP mit den Gemeindefinanzen".

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. April 2021 (18:29)

Man sei verwundert, "woher die Zahlen stammen, denn sie entsprechen weder denen des Voranschlags noch jenen des Nachtragsvoranschlags", schüttelt Di Giorgio den Kopf: Dazu komme, dass sich "zahlreiche finanzielle Abweichungen vom Voranschlag finden, von denen die höchste knapp 300.000 Euro ausmacht“. Finanzreferent & Vizebürgermeister Thaddäus Heindl habe offensichtlich "dem Gemeinderat dieses Zahlendebakel zur Abstimmung vorgelegt, ohne vorher einen Blick hinein geworfen zu haben, sonst wären ihm die massiven Diskrepanzen hoffentlich aufgefallen“.

Heindl versteht die Aufregung nicht. Ja, es sei zu einer Abweichung in der Darstellung des Überschusses aus 2019 in den abgedruckten Zahlen des Budgets für 2020 gekommen. "Das hat den Grund im neuen Rechnungswesen, welches 2020 eingeführt wurde. Ich habe mich als Vorsitzender entschlossen, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, um das Zahlenwerk nochmals zu prüfen. In Summe weist der Rechnungsabschluss trotz eines auch aus finanzieller Sicht herausfordernden Jahr ein deutlich besseres Ergebnis aus als geplant", verweist Heindl auf ein Plus in der Höhe von 140.000 Euro. 

Zudem hätten sich "alle Unklarheiten im Vorfeld der Sitzung leicht klären lassen", betont Heindl, doch "die SPÖ dreht seit einiger Zeit bewusst tagtäglich an der Eskalationsschraube. Es ist erschreckend, wie derzeit einzelne Mandatare der SPÖ Hennersdorf den Kurs der Bundes-SPÖ verfolgen, der nur auf Spaltung und Zerstörung aus ist. Ich hoffe, dass sich bald wieder die konstruktiven Kräfte in der SPÖ durchsetzen, denn nur im Miteinander werden wir unsere Gemeinde weiterentwickeln“.