Autobranche: Situation ist „sehr fordernd“. Das Umsatzdefizit machte auch vor dem größten niederösterreichischen Automarkt – dem Bezirk Mödling – nicht Halt.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:21)
Wolfgang Skala bleibt optimistisch und hofft auf Zuwachs nach dem Hochfahren.
Renault Skala

Der Bezirk Mödling ist der mit Abstand größte Automarkt in NÖ. Von den 47.614 verkauften Fahrzeugen entfielen 2020 6.468 auf Mödling (darunter 24 Porsche und 7 Ferrari), gefolgt von Baden mit 3.541.

Das Perchtoldsdorfer Autohaus „Renault Skala“ hat es laut Geschäftsführer Wolfgang Skala „nicht ganz so schlimm erwischt. Wir haben ein Umsatzminus von etwa zehn Prozent. Besonders schlimm war es aber im ersten Lockdown, da niemand so recht wusste, wie es weitergehen wird“. Skalas Zukunftsprognosen sind weiterhin getrübt. „Vor dem derzeitigen Lockdown habe ich dem neuen Jahr noch positiv entgegengeblickt. Jetzt fehlt uns schon wieder ein ganzes Verkaufsmonat.“ Aktuell gebe es die Möglichkeit, sogenannte „Click-and-collect“- Geschäfte durchzuführen. „Jedoch machen wird die nur in Ausnahmesituationen, etwa, wenn dringend ein neues Auto, als Ersatz für ein Irreparables, benötigt wird“, erklärt Skala.

Wolfgang Skala bleibt optimistisch und hofft auf Zuwachs nach dem Hochfahren.
Statistik Austria; Foto: maradon 333/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Skala hofft, dass „nach dem Hochfahren ein Zuwachs in der Autobranche zu bemerken sein wird“.

Andreas Grünzweig, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses (Volvo, Kia) in Wiener Neudorf, ist auch nicht von der Umsatzminuswelle verschont geblieben. „Wir haben im Fahrzeughandel ein Vorjahresminus von etwa 30 Prozent. Unser Glück ist jedoch, dass wir eine hohe Eigenkapitaldeckung haben und die Situation für uns somit glücklicherweise stabil ist. Trotzdem ist es wirtschaftlich sehr fordernd.“

Hoffnung auf „vorgezogene Käufe“

Was die neue Normverbrauchsabgabe (CO²-Steuer) betrifft, glaubt Grünzweig, dass „man dahingehend mit vielen vorgezogenen Käufen im ersten Halbjahr rechnen kann“. Aktuell steht der Autoverkauf aber fast still. „Wir haben im Jänner eine Abschlussquote von 20 Prozent zum Vorjahr. Die ‚Click-and-Collect‘-Methode rettet auch nichts, da die Kunden mehrheitlich das Gefühl schätzen, persönlich das Fahrzeug Probe zu fahren sowie die Fahrzeuge direkt vor Ort zu besichtigen.“ Die Kunden seien – zum Großteil der behördlichen Auflagen geschuldet – „auch nicht wirklich bereit für eine Autoübergabe“, betont Grünzweig. „Unsere Branche ist nahe am Stillstand. 2021 wird ein wirtschaftlich herausforderndes sowie spannendes Jahr für alle Branchen.“

Für Tomislav Glibusic, Pkw-Neuwagen-Verkaufsleiter bei Wiesenthal (ein Standort befindet sich in Brunn am Gebirge), war „der erste Lockdown der fordernste. Wir haben  versucht, den Kundenkontakt durch Telefonate, E-Mails und Videotelefonate  aufrechtzuerhalten und führen auch jetzt unsere Beratungsgespräche auf diese Weise durch“.

Das neue Jahr werde auch weiterhin herausfordernd bleiben, ist Glibusic sicher. Besonders in Hinblick auf die neue NoVA, welche ihre Auswirkung auf Nutzfahrzeuge und auch besonders leistungsstarke Fahrzeuge haben wird.“

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