Coronavirus: Aktuell gibt’s 470 „Positive“. Die Mödlinger Behörde setzt weiterhin auf Contact Tracing, Politik und Medizin auf umfassende Tests.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 17. November 2020 (11:04)
Max Robin Drott (Medizintechnik), Bildungsminister Heinz Faßmann und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Präsentation des RT-Lamp-Testbusses für das Pilotprojekt im Bezirk Mödling.
NLK Burchhart

Seit Dienstag ist das Land im zweiten strengen Lockdown. Bezirkshauptmann Philipp Enzinger sieht aktuell ein wenig Licht am Horizont. Der „Lockdown light“ dürfte Wirkung zeigen. „Seit einigen Tagen ist die Anzahl der neu Infizierten stabil und hat sich bei etwa 50 eingependelt. Natürlich immer noch auf hohem Niveau.“ Aktuell sind 470 positiv Getestete aktenkundig, seit Beginn der Aufzeichnungen sind es 2.150, man zählt 19 Todesopfer.

Die etwa 110 Mitglieder des behördlichen Krisenstabes geben „weiterhin ihr Bestes. Seit Mitte der Vorwoche haben wir eine Contact-Tracing-Nachverfolgung von unter 24 Stunden. Wir bleiben dran, wir geben da nicht auf“, macht Enzinger deutlich. Er sieht die Spurensuche nach wie vor als maßgebende Möglichkeit zur Eindämmung der Pandemie. „Einzig und alleine – ich weiß noch nicht, wie lange wir die Doppelbesetzung im Krisenstab noch durchhalten.“ Er setze alle Hoffnungen, dass der strenge Lockdown rasch Wirkung zeige und die Infektionszahlen deutlich sinken.

Allgemeinmediziner Alireza Nouri aus Wiener Neudorf ist ein Verfechter der Tests. „In meine Ordination kommt niemand, der Symptome hat“, berichtet er im NÖN-Gespräch. Ein derartiger Patient werde über Hinweistafeln gleich ins Zelt neben dem Ordi-Eingang geleitet, wo ein Schnelltest abgenommen werde.

Allgemeinmediziner Alireza Nouri hat neben seiner Praxis in der Hauptstraße 31 in Wiener Neudorf ein Testzelt eingerichtet – auch um mögliche Ansteckungsgefahr in der Ordi zu minimieren.
Dworak

Ist der negativ, steht einer Behandlung in der Ordination nichts im Weg, ist er positiv, kommt es zum PCR-Test, alle notwendigen Maßnahmen (Quarantäne) werden eingeleitet. Patienten und das Ordinationsteam sind von der Initiative des Mediziners begeistert: „Es braucht niemand Angst vor einer Ansteckung haben.“

Gurgeltest in den Bezirks-Schulen

Auch in den Schulen wird im Pilot-Bezirk Mödling eifrig getestet werden. Das stellten Bildungsminister Heinz Faßmann und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, beide ÖVP, im Rahmen einer Pressekonferenz im „Haus der Wirtschaft“ klar. Nach Gurgeltests will man binnen weniger Minuten Bescheid haben: Bei negativem Ergebnis setzen alle Schülerinnen und Schüler den Unterricht fort, bei positivem Ergebnis werden die Gesundheitsbehörden informiert. Unterwegs sind mobile Teams mit medizinisch geschultem Fachpersonal in einem eigenen Bus.

„Wir sind derzeit noch gut aufgestellt“, versichert Standortleiter Primarius Burghard Plainer. 50 Betten stehen für Covid-Patienten zur Verfügung – was unter anderem aufgrund der Sperre der „Orthopädie“ (Absage der geplanten Operationen) möglich ist, auch in der Intensivstation gebe es noch Kapazitäten. Das Personal stehe hinter den Maßnahmen und zeige „volles Verständnis“.

Qualität muss vor Kapazität gehen

Aber nur solange „Qualität vor Kapazität gegeben ist“, betonte Plainer. Er selbst, der mit Jahresende in den Ruhestand treten wird, hätte „nicht gedacht, dass ich nach dem erfolgten Neubau des Landesklinikums Mödling auch noch ein komplettes Krisenmanagement aufstellen muss. Ich mache das aber natürlich mit vollstem Engagement bis zu meinem letzten Arbeitstag“. Etwas „Gutes“ habe die Corona-Pandemie, ließ Plainer in seiner Funktion als Leiter der Abteilung „Anästhesiologie/Intensivmedizin“ nicht unerwähnt. „Es wird aufgezeigt, dass es nicht genügt, ein Intensivbett zur Verfügung zu stellen, sondern, dass es dafür auch extra ausgebildetes Personal braucht.“