Die Natur stöhnt unter „giftigem“ Jahreswechsel. Eichkogel und Heide sind beliebte Silvester- Treffpunkte. Für Feuerwerke aber tabu, meinen Umweltschützer.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Dezember 2018 (05:45)
Boeger
Gudrun Foelsche, Karl Lenk, Ulla Freilinger, Mödlings Stadtrat Leopold Lindebner, Karl Skiva und Guntramsdorfs Bürgermeister Robert Weber.

Das Naturschutzgebiet am Eichkogel ist ein beliebter Treffpunkt für private Silvesterfeiern und Abschussort für Feuerwerke. Sehr zum Leidwesen der Gemeinden Mödling und Guntramsdorf sowie vieler Naturschützer. „Der Eichkogel ist das botanische und zoologische Herz Europas und verdient verantwortungsvollen und respektvollen Umgang“, lässt Mödlings Forststadtrat Leo Lindebner, ÖVP, nicht unerwähnt. Er appelliert, auf „Feuerwerke in diesem besonders sensiblen Bereich zu verzichten und auch keinen Müll zu hinterlassen“.

Die Reste eines Feuerwerkskörpers rufen Umweltbelastungen verschiedenster Art hervor, berichtet Gudrun Foelsche vom Schöffel-Verein. Denn die Farbgebung eines Feuerwerkskörpers ist abhängig von den beigemischten Stoffen.

In der Regel handelt es sich um Strontium-Nitrat für die karminrote Färbung, Bariumnitrat (grün), Natriumoxalat (gelb) und Kupferoxid (blau). Für Weiß und Silber verwendet man Magnesium, Aluminium und Titan, für Gold Eisen oder Ferrotitan. Nicht zu vergessen auf die Feinstaubbelastung: „In der Silvesternacht des Vorjahres registrierte die Überwachungsstation in der Mödlinger Duursmagasse eine Stunde nach Mitternacht eine Feinstaubbelastung von 200 µg/m³. Der Grenzwert für Feinstaub liegt EU-weit bei 50 µg“, zeigt Foelsche auf.

„Gifte kann aber niemand entfernen“

Am Neujahrsmorgen ist der Eichkogel Jahr für Jahr von Müll übersät. Nicht nur die Reste der Feuerwerkskörper stören die Natur, auch Flaschen und Glassplitter bleiben zurück und gefährden Kleinlebewesen, Wild und verursachen im Sommer in der Sonne den gefürchteten Brennglaseffekt.

„Die Mitglieder der NÖ Berg- und Naturwacht und viele Freiwillige haben immer alle Hände zu tun, um das Naturschutzgebiet vom Silvesterabfall zu befreien“, weiß Foelsche.

Ähnlich ist die Situation im Bereich der Perchtoldsdorfer Heide, Jedes Jahr sammeln etwa Mitglieder diverser Perchtoldsdorfer Vereine, Familien, Hundebesitzer und Weinhauer am Neujahrstag etwa 40 Säcke voll Müll und Feuerwerksresten ein. „Und im Frühjahr finden Schulklassen noch immer genug Müll, um ein paar Tage sammeln zu gehen.

Die Gifte aus den Feuerwerkskörpern im Boden kann aber niemand mehr entfernen“, ärgern sich die Mitglieder des Heide-Vereines.

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