Parkpickerl-Diskussion: Wien macht bald dicht. In der Bundeshauptstadt sollen ab 2022 Fahrzeuge nur noch gebührenpflichtig abgestellt werden. NÖ reagiert.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:55)
Überwachung der Waidhofner Kurzparkzone startet wieder ab 8. Februar 2021!
Symbolbild
Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya

In der Vorwoche haben die Verantwortlichen der rot-pinken Wiener Stadtregierung verkündet, dass die Bundeshauptstadt spätestens 2022 über eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung verfügen soll. Heuer wird die zuständige Magistratsabteilung alle noch parkpickerl-freien Örtlichkeiten überprüfen und sich auch die Verdrängung in die Nachbarbezirke ansehen.

Damit ist klar, dass vor allem Perchtoldsdorf und Vösendorf als direkte Wien-Nachbarn Handlungsbedarf haben, um nicht von Parkplatzsuchern „überrannt“ zu werden.

Vösendorfs Bürgermeister Hannes Koza, ÖVP, bleibt gelassen: „Wir haben schon 2019 Kurzparkzonen in den unmittelbaren Wien-Bereichen kundgemacht.“ Die Bewohner der Haidfeld-, Kalesa- und Rosegger-Siedlung (alle in unmittelbarer B17-Nähe) sind mit Anrainer-Ausnahmen ausgestattet, alle anderen Fahrzeuglenker müssen in den erlaubten 90 Minuten eine Parkuhr hinter der Windschutzscheibe deponieren. „Wir haben diese Maßnahmen bereits evaluiert, die Anrainer sind sehr zufrieden damit.“

Vösendorf hat schon Anrainer-Zonen

Auch Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, und Vizebürgermeister Christian Apl, Grüne, in seiner Funktion als Verkehrsreferent, trifft die Ankündigung Wiens nicht unvorbereitet, zumal das Parkpickerl in Liesing schon seit Jahren diskutiert wird. Im Mobilitätskonzept „mobil2030“ sei der „Ruhende Verkehr“ natürlich Thema: „Es liegen umsetzungsreife Konzepte am Tisch, die allerdings noch feinabgestimmt und in den Gremien beraten werden müssen“, betont Schuster: „Sie sind letztlich auch von den Details der Wiener Entscheidungen abhängig, die wir natürlich berücksichtigen wollen.“

In der Diskussion habe sich das Modell einer gebührenfreien Kurzparkzone, ausgenommen Anrainer, in den Randbereichen (vor allem entlang der Ketzergasse) als „der zweckmäßigste Zugang herausgestellt“, ergänzte Schuster. Eine erste derartige Zone wird es in „Sonnberg Nord“ – im Nahbereich des Schulareals Santa Christiana in Rodaun – geben. Die Beschlüsse auf Gemeindeseite sind gefasst und liegen der Bezirkshauptmannschaft Mödling zur Verordnung vor.

Hintner spricht von „unfreundlichem Akt“

Nicht ganz so ruhig bleibt Nationalratsabgeordneter Hans Stefan Hintner, ÖVP, aus Mödling nach der Wiener Ankündigung:

„Dieses einseitige Vorgehen ist ein unfreundlicher Akt gegenüber 250.000 täglichen Pendlern. Man muss Wien, Niederösterreich und Burgenland als Ganzes sehen. Auch wir tragen zur Wertschöpfung in Wien bei.“

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