Virtueller Startschuss für Umwelt-Projekt. Das österreichweit größte Netz, das sich zum Großteil im Bezirk Mödling befindet, soll verstärkt werden.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 01. Januar 2021 (06:03)
Dem Heizen mit Hackschnitzel gehört die Zukunft, ist man zumindest seitens der EVN überzeugt. Deshalb soll das größte Naturwärmenetz Österreichs ausgebaut werden.
EVN/Gabriele Moser

2018 entstand in der Thermenregion das größte Naturwärmenetz Österreichs, das 11 Gemeinden umfasst, die durch ein 150 Kilometer langes Netz verbunden sind. „Die Nachfrage nach Naturwärme ist nach wie vor hoch – sowohl im privaten Sektor, aber auch bei öffentlichen Objekten und der Industrie. Da macht es natürlich Sinn, das Naturwärmenetz auszubauen und zu verdichten“, erläutert EVN-Sprecher Stefan Zach.

Jährlich werden rund 350 Wohneinheiten und rund 20 Gewerbe bzw. kommunale Objekte neu angeschlossen. „Unser Naturwärmenetz wird laufend erweitert und leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Alleine seit 2018 konnten rund 285.000 Tonnen CO 2 eingespart werden. Jedes Jahr kommen knapp 100.000 Tonnen dazu“, präzisiert Zach. Neben dem Umweltaspekt gibt es auch wirtschaftliche Effekte für die Umgebung: In den vergangenen drei Jahren wurden rund 25 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung mit den eingesetzten Hackschnitzel generiert. „Wir beziehen unseren Biomasse-Bedarf von lokalen Genossenschaften.“

Und Zach machte deutlich, dass „wir zur Verstärkung der Anlage in Mödling ein Heizwerk brauchen, das den Osten des Bezirks abdeckt“. Eben jenes Projekt soll in Biedermannsdorf an der Grenze zu Vösendorf umgesetzt werden und ist nicht unumstritten – die NÖN berichtete. Vösendorf lehnt es ab, auch in Biedermannsdorf gibt es kein einstimmiges Ja. Zach ist um Beruhigung bemüht: „Es werden maximal 15 Lkw pro Werktag mit unbehandeltem Naturholz zum Biomasseheizkraftwerk fahren. Die Gemeinde hat ein Mitspracherecht, über welche Straßen das Biomasseheizwerk angefahren werden kann. Man kann die Auswahl der Lieferanten so treffen, dass das problemlos möglich ist.“

Einreichung im ersten Quartal

Der aktuelle Fahrplan für das Vorhaben sieht so aus: Zu Jahresbeginn ist eine virtuelle Bürgerinfo-Veranstaltung geplant und im ersten Quartal „wird das Klimaschutz-Projekt bei der Behörde eingereicht, wo es auf Herz und Nieren geprüft wird“, machte Zach im NÖN-Gespräch deutlich. „Mit der Gemeinde Biedermannsdorf sind wir in enger Abstimmung bezüglich anrainerverträglicher Zufahrt und der Gestaltung. Wir streben die möglichst gute Einbettung in die Landschaft durch Absenkung und einen Erdwall, der mit landschaftstypischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden wird, an. Dadurch wird die Anlage nach wenigen Jahren kaum noch sichtbar sein.“