Romeo hat seine Julia schon im Visier. Probenfinale / Das „teatro“-Ensemble gab in der BKS-Bank in Wien Kostproben der Uraufführung (17. Juli im Stadttheater) zum Besten.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 02. Juli 2014 (07:39)
„Tybald Capulet“ Michael Mayer, „Romeo“ René Heit, Frizz Fischer, Intendant Norberto Bert assi, „Julia“ Florine Schnitzel und „Ammelie Capulet“ Verena Suchard freuen sich auf die Uraufführung in Mödling.
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Zum vierten Mal bereichert das „teatro“-Team rund um Intendant Norberto Bertassi den Mödlinger Kultursommer. Bertassi bleibt auch heuer mit dem „Musiktheater für junges Publikum“ einem Leitsatz treu: „Wir spielen eigentlich nie das, was wir ankündigen.“ So wurde aus dem Robin Hood ein Shakespeare-Klassiker: „Romeo und Julia – Die neue Welt“ wird am 17. Juli im Stadttheater Mödling uraufgeführt. Norbert Holoubek hat Libretto und Liedtexte geschrieben, Walter Lochmann und Bertassi die insgesamt 31 Musiknummern komponiert.

Die Version spielt im Jahr 2084, alles dreht sich um die Zweiklassengesellschaft: Romeo gehört der Bussi-Bussi-Schicht an, Julia der Arbeiterriege. Schlussendlich komme bei „all der Tragik auch die Komik nicht zu kurz“, verrät Bertassi. Conclusio: „Die Liebe ist stärker als der Tod – diese Botschaft wollen wir der Jugend mitgeben.“

„Es wird eine Vorstellung für Sehbehinderte geben“

Dass unter den insgesamt 43 Darstellern die weiblichen stark in Überzahl sind, spiegelt sich in der neuen Rollenverteilung wieder: „Wir haben unter anderem eine Mercuzia und eine Benvolia.“ Die weibliche Hauptrolle darf Florine Schnitzel spielen. Die Perchtoldsdorferin gilt als aufstrebendes Talent, hat heuer die Aufnahme ans Konservatorium geschafft. Ihr Romeo ist der bereits musical- und operettenerprobte René Heith, der „herrlich im Team aufgenommen worden ist“.

Frizz Fischer ist erneut musikalischer Leiter, da Lochmann als Musikdirektor der Frankenfestspiele in Röttingen engagiert ist. Fischer ist noch dabei, „die musikalischen Dinge größer zu machen. Trauriges noch trauriger, Heiteres noch heiterer“.

Martin Zlabinger hat ein einfaches, aber wirkungsvolles Bühnenbild entworfen: „43 Darsteller brauchen Platz. Zudem gibt es zehn verschiedene Schauplätze.“ Gelöst hat er die Probleme durch ein flexibles, modulares System, das am Ende des Stücks zum Wort „Liebe“ gestapelt wird. In Blindenschrift. Womit Bertassi auf eine weitere Neuerung stolz ist. „Es wird eine Vorstellung für Sehbehinderte geben.“ Mit entsprechenden Simulatanerklärungen. „Sicherlich einzigartig im Theatersommer.“ Seit Samstag probt das Ensemble im Mödlinger Stadttheater, Welturaufführung ist am 17. Juli.