Herbert Burda: Mit "Götz-Zitat" in die Polit-Pension. Götz von Berlichingen sorgte im gleichnamigen Klassiker von Johann Wolfgang von Goethe 1774 mit dem legendären Zitat für Aufsehen. Herbert Burda von der Gemeindebürgerliste (BGL) Wienerwald verabschiedete sich nach seinem unfreiwilligen Polit-Aus - er verfehlte um sechs Stimmen das Mandat - "klassisch" von seinen Nichtwählern: mit einer Abwandlung der wenig schmeichelhaften Worte. Noch dazu im Rahmen einer Aussendung an jeden Haushalt.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 05. März 2020 (13:48)
Ex-Gemeinderat Herbert Burda rechnete mit seinen Nichtwählern und den anderern Parteien ab.
privat

"25 Jahre direkte Tätigkeit für die Bürger ist unbelohnt geblieben. Dafür haben 1.850 andere Parteien oder ungültig gewählt", merkt ein frustrierter Herbert Burda im NÖN-Gespräch an. Er, der stets für seine kantigen Sager berühmt war, schüttelt den Kopf: "Ich habe 25 Jahre alles für die Bürger gemacht, hab geholfen, wo es nur gegangen ist, hab eine Kehrmaschine angeschafft, damit sie nicht im Staub ersticken, bin mit dem Bagger gefahren. Und als Dank dafür wählen sie andere."

Nicht nur die Wähler bekommen ihr Fett ab, sondern jede einzelne Partei. Bei der ÖVP registrierte Burda "fünf Jahre Nichtstun außer Freunderlwirtschaft", die SPÖ habe "einen Wendehals als Spitzenkandidaten" aufgestellt, die Liste "Wienerwald Aktiv" "einen "Dampfplauderer". Und die FPÖ ist für Burda "eine unsympathische Kasperltruppe".

Die derbe Ausdrucksweise inklusive Götz-Zitat bedaure er nicht, betonte Burda. "Es musste einmal gesagt werden." Er habe bislang schon viele Reaktionen bekommen, "die meisten davon waren positiv". Mit der Politik hat der 72-Jährige abgeschlossen.

Die Aussendung.pdf (pdf)

Reaktionen zur Causa - auch die rechtliche Seite - lest ihr in der nächsten Mödlinger NÖN.