Guntramsdorf: Die „Ranch“ macht dicht

Erstellt am 21. Januar 2022 | 05:13
Lesezeit: 3 Min
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Die Ranch ist zu. Über die weitere Nutzung des Gebäudekomplexes bzw. des Areals sind dem Eigentümer derzeit keine Informationen zu entlocken.
Foto: Rogy
Traditionsheuriger sperrte zu. Inventar versteigert. Gerüchte über Wohnbauten.
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Der beliebte Heurige „Ranch“ in der Laxenburgerstraße ist geschlossen. Im Juli 2017 übernahmen Franz und Justina Hornung den Traditionsbetrieb von Edith und Rudolf Gausterer. Mittlerweile wurden das gesamte Inventar, Maschinen und Geräte, über eine Versteigerungsplattform veräußert, Ende Jänner wird der Weinbestand abverkauft.

Eine Anfrage der NÖN über die (Beweg-)Gründe ließ die Familie Hornung bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

„Der Gemeinderat hat im Dezember einen neuen Bebauungsplan beschlossen, der die Mindestgrößen für die Parzellen neu definiert.“
Bürgermeister Robert Weber

Im Ort gibt es intensive Gerüchte über einen angeblich geplanten Wohnbau auf dem 8.000 m² großen Grund. Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, möchte keine großflächigen Wohnbauten auf dem Areal zulassen, das derzeit als Bauland-Agrargebiet gewidmet ist – was grundsätzlich eine Bebauung im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen Nutzung möglich machen würde: „Der Gemeinderat hat im Dezember einen neuen Bebauungsplan beschlossen, der die Mindestgrößen für die Parzellen neu definiert.“

Seit Ende Oktober gilt auf dem Areal eine Bausperre: Um eine strukturierte Möglichkeit für eine etwaige Verbauung der riesigen Fläche zu haben, wurden Parzellierungen im Sinne einer agrarischen Nutzung geschaffen, die jeweils eine Bebauung mit vier Wohneinheiten möglich machen würden.

Bauträger soll schon vorgefühlt haben

Pikantes Detail am Rande: Dem Bürgermeister wurde zugetragen, dass Christian Höbart, von der Liste „Lebenswertes Guntramsdorf“, seit längerem Termine mit privaten Bauträgern vermittle und wahrnehme. Das stößt Weber sauer auf: „Es wundert mich, dass Höbart entgegen öffentlichen Aussagen, dass unser Ort keine Stadt werden sollte, den Wohnbau in einem Bereich forciert, in dem Wohnbau definitiv keinen Platz hat.“

Die Fläche grenze im Osten an die Widmung Industriegebiet, auch rundherum könnten landwirtschaftliche Betriebe anderer Eigentümer entstehen: „Das passt nicht zusammen.“ Überdies fehle es an der notwendigen Infrastruktur.

Höbart dementiert mit Nachdruck: „Ich habe im Spätsommer lediglich den Kontakt hergestellt, weil ein Bekannter, der bei einem Wohnbauträger arbeitet, nachgefragt hat.“

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