„Corona“-Ampel springt im Bezirk Mödling auf Orange. Anzahl der positiv Getesteten nimmt auch im Bezirk Mödling zu. Bislang wurden fast 13.000 Corona-Akten angelegt.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 15. September 2020 (06:34)
Bezirkshauptmann Philipp Enzinger appelliert einmal mehr an die Eigenverantwortung.
Dworak

Am Montagabend kam die beunruhigende APA-Meldung: Die Ampel-Kommission hat nach stundenlanger Debatte die Empfehlung beschlossen, erstmals Bezirke auf Orange zu schalten, darunter auch Mödling. Orange hätte unter anderem Einfluss auf Veranstaltungen, die Sperrstunde und vor allem auf Schulen, wo nicht nur der Musik-Unterricht entfallen dürfte, sondern in Oberstufen-Klassen auch Homeschooling verordnet werden könnte.

Schon am Montagmorgen hatte sich Bezirkshauptmann Philipp Enzinger als Leiter des seit März eingerichteten Krisenstabs „sehr besorgt“ gezeigt. „Die Anzahl der Infizierten steigt auch bei uns beachtlich.“ Waren es den Sommer hindurch durchschnittlich drei Neu-Infizierte pro Tag, registrierte man am Spitzentag der Vorwoche „gleich neun. Aktuell halten wir bei 79 positiv Getesteten“.

Seit Beginn der Dokumentation waren bzw. sind 384 Personen aus dem Bezirk Mödling positiv getestet worden, sieben Todesfälle sind zu beklagen.

Der massive Anstieg sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, meint Enzinger: „Urlaubsrückkehrer, die unmittelbare Nähe zu Wien und nicht zuletzt das Sozialverhalten: die Disziplin hat merklich nachgelassen.“ Der Bezirkshauptmann appelliert eindringlich, „wieder die gebotene Verantwortung wahrzunehmen. Partys zu feiern ist in Zeiten, in denen eigentlich das Abstand Halten notwendig ist, der falsche Weg“.

Personell sei der Krisenstab, für den ein Pool von etwa 60 Mitarbeitern zur Verfügung steht, wieder aufgestockt worden, berichtet Enzinger. Etwa 25 Personen stehen täglich, sieben Tage die Woche, im Corona-Einsatz. Nachdem eben jene Mitarbeiter aber auch ihre Aufgaben in den jeweiligen Fachgebieten zu erledigt haben, ist jetzt angedacht, „das Bundesheer und Studenten für die Telefondienste einzusetzen“. Aus gutem Grund: Insgesamt wurden 5.045 Absonderungsbescheide (aktuell 291) erlassen, bislang 12.720 Akten angelegt. Knapp 11.600 Personen aus dem Bezirk Mödling wurden getestet.

Wonach Enzinger auch dringend sucht, sind „Epidemie-Ärzte, die uns gegen Honorar fachlich unterstützen. Diese Aufgabe ist nicht mit Kundenkontakt verbunden. Unsere drei Amtsärztinnen sind mit der aktuellen Corona-Situation überlastet“.

Seit Montag herrscht Unruhe in den Schulen

Im Bezirk Baden mussten am Montag laut Bildungsdirektion vier Klassen geschlossen werden, in Mödling wurde ein Verdachtsfall im Gymnasium Guntramsdorf registriert. „Hier verfahren wir genau so wie in anderen Fällen. Der Schüler oder Lehrer muss getestet werden. Ist der Test positiv, beginnen wir mit dem Contact-Tracing“, erklärt Enzinger. Betroffene Schüler werden im „positiven“ Fall über „Distance Learning“ unterrichtet, merkte Schulqualitätsmanager Josef Fürst an.

Auch im Bezirk Neunkirchen sprang die Corona-Ampel auf Orange: