Mödling: Schüler erfreuen Betreuungszentrum. Kein Besuch, aber Ehrenamtliche engagieren sich weiterhin.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 01. April 2020 (05:23)

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können zwar nicht mehr persönlich in das Pflege- und Betreuungszentrum Mödling kommen, „aber dafür nähen sie für uns Mund-Nasen-Masken. Falls wir diese als Ersatz für die üblichen Einmalmasken benötigen, haben wir vorgesorgt. Danke an unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter, die auch in Zeiten, wo Distanz gewahrt werden muss, Verantwortung mittragen“, sagt PBZ-Leiter Gerhard Reisner.

Normalerweise besuchen junge Menschen aus Schulen und Kindergärten die Bewohner, das ist jetzt nicht mehr möglich.

Doch Reisner hatte gemeinsam mit seinem Team eine Idee: „Inspiriert dazu hat uns eine Familie aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Schülerinnen und Schüler schreiben, zeichnen, basteln und schicken dann die kreativen Werke auch per Mail an uns. So haben die Kinder und Jugendlichen eine sinnvolle und gleichzeitig berührende Aufgabe, und die Bewohner sehen, dass sie trotz Isolation nicht alleine sind.“

An diesem Projekt beteiligen sich die Schule für Wirtschaft und Technik Mödling, die Babenberger Volksschule Mödling, die HLW für Sozialmanagement der Sta. Christiana und die Volksschule Maria Regina in 1190 Wien. „Die Freude ist jedes Mal riesig, wenn ein Bild oder Brief kommt“, sagt Reisner.

Die Isolation weckt auch das kreative Potenzial der Bewohner. So spielt statt eines engagierten Musikers jetzt Erich Fuchs auf der Steirischen Harmonika für die Bewohner.

Doch nicht nur die Ehrenamtlichen zeigen Solidarität in der Krise, auch das Pflegepersonal. „Viele Mitarbeiterinnen aus Ungarn haben sich dazu entschlossen, bei uns zu wohnen und zu arbeiten. Sie reisen derzeit nicht aus, da sie dann nicht mehr zurückkommen könnten. Sie wohnen bei uns, ich empfinde großen Respekt und große Dankbarkeit ihnen gegenüber, dass sie uns in dieser Situation so selbstlos unterstützen.“