„soogut“ in Mödling: Das Ehrenamt ist gefordert. Seit dem Aus für das Arbeitsmarktprojekt setzt Geschäftsführer auf Freiwillige.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. Dezember 2019 (04:12)
Die NEOS-Landtagsabgeordneten Edith Kollermann (l.) und Indra Collini haben in der Vorwoche im „soogut“-Markt ausgeholfen.
NEOS

Im „soogut“-Sozialmarkt in der Bahnstraße 4 herrscht Freitagvormittag Hochbetrieb. Marktleiterin Nazife Asik hat alle Hände voll zu tun. Sie ist trotz des fehlenden Budgets für hauptamtliche Mitarbeiter aufgrund des Auslaufens einer speziellen AMS-Förderung überzeugt: „Wir schaffen das schon, wir sind voll motiviert. Wir haben das Glück, 35 ehrenamtliche Helfer zu haben, suchen aber natürlich weiter.“

Zu den Ehrenamtlichen zählt jetzt auch Frau Eva, die jetzt nicht mehr angestellt ist, sondern ehrenamtlich dem Sozialmarkt als freiwillige Mitarbeiterin die Treue hält. Die NEOS-Landtagsabgeordneten Edith Kollermann (Breitenfurt), Indra Collini (Brunn) und Helmut Hofer-Gruber (Baden) haben in der Vorwoche vor Ort getestet, was als ehrenamtliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Geschäft zu tun ist.

Mit Würde bei SOMA einkaufen gehen

Collini ist überzeugt: „Die Möglichkeit für 27.000 armutsgefährdete Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, in den ,soogut’-Märkten in Würde einkaufen zu gehen, muss erhalten bleiben. Das sehe ich als Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen. Deswegen ist es auch nicht hoch genug einzuschätzen, wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren.“

„soogut“-Sozialmarkt-Geschäftsführer Wolfgang Brillmann hat sich auf die veränderte Situation eingestellt. Dass es überhaupt keine Förderung vonseiten des AMS mehr gäbe, stimme zwar nicht: „Es gibt eine Wiedereingliederungshilfe. Die wird aber nur einmal bezahlt und ist mit dem Modell, das es jetzt eben nicht mehr gibt, nicht zu vergleichen.“

Asik bleibe dem Markt als Schlüsselarbeitskraft erhalten. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir für die Menschen weiter da sind, die darauf angewiesen sind, bei uns einkaufen zu können“.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, will die Verhandlungen des Sozialen Netzwerkes, dem jetzt auch die Sozialmärkte angehören, mit dem Land NÖ abwarten. Er meint: „Sollte SOMA-Mödling etwas brauchen, was mit dem Land Niederösterreich nicht verhandelt wird oder verhandelt werden kann, dann sind sich alle Gemeindevertreterverbände bei uns im Bezirk einig, dass sie hinter dem Markt stehen.“