Spital: Neuerlicher Anlauf für die Schiene. GESPRÄCHE LAUFEN / Die mögliche Verlagerung von Baumaterial auf die Bahn wird erneut diskutiert; so richtig glaubt keiner dran.

Erstellt am 27. Juli 2011 (08:13)

VON CHRISTOPH DWORAK

MÖDLING / Im Herbst geht der Spitalneubau mit dem Abbruch des Schwesternheimes so richtig los. Angesichts der zu erwartenden Lawine an Baufahrzeugen regt sich in der unmittelbar betroffenen Wohnbevölkerung Widerstand. Hannes Giebl hat die Initiative PRO Krankenhausneubau - PRO Umweltschutz ins Leben gerufen. Er sucht in erster Linie noch das Gespräch mit maßgebenden Personen - und sammelt Unterschriften: 120 hab ich schon, betont er im NÖN-Gespräch.

Auch der Kontakt zum Land habe ein erstes Ergebnis gebracht: ein Umweltbeauftragter hat sich die Situation vor Ort angesehen. Der habe sich allerdings nicht begeistert von der Forderung der Initiative gezeigt, etwa das Aushubmaterial über die Bahn abzuwickeln. Dazu müsste eine Shredder-Anlage auf der Baustelle eingerichtet werden, um Beton zu zerkleinern, gibt Giebl die Worte des Experten wieder: Seine Befürchtungen: Lärm- und Stauberregung.

Verkehrsstadtrat Mag. Gerhard Wannenmacher, Grüne, ist nach wie vor bemüht, eine Lösung zu finden, die für die Anrainer erträglich ist. Dass der Abtransport per Schiene möglich sein wird, glaubt Wannenmacher nicht mehr. Außer, es passiert noch ein Wunder.

Der nächste Schritt zu eben jenem Wunder könnte am Freitag gesetzt werden.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner empfängt Vertreter der NÖ-Landeskliniken Holding. Für mich ist klar, dass die Abwicklung des Ab- und Antransports für die Baustelle über die Schiene eine wichtige Zukunftsoption bedeutet. Man darf nicht vergessen, dass wir von einer fünfjährigen Baustelle reden und bestrebt sind, die Bevölkerung so wenig wie nur möglich zu belasten.

Hintner ist aber so weit Realist, dass eine Nutzung des allfälligen Schienen-Angebots nicht von heute auf morgen ermöglicht werden wird: Man wird zu Beginn der Baustelle nicht ohne LKW-Verkehr auskommen.

Gespräche werde es in jedem Fall weiter geben - auch wenn die Stadtgemeinde im Verfahren keine Parteienstellung hat. Schließlich muss und wird die Vernunft siegen, gibt sich der Stadtchef optimistisch.

Bahn-Transport könnte  2,5 Millionen kosten

Noch unbestätigt sind die Knackpunkte, die aber immer lauter zu hören sind: Um die Baustelle über die Schiene abwickeln zu können, müsste ein neues Gleis verlegt werden. Kostenpunkt: etwa 2,5 Millionen Euro. Ganz zu schweigen von der Vorlauf- und Bauzeit.