1.200 Gefährten warten auf neuen Besitzer. In Österreichs größtem Tierheim in der Triester Straße in Vösendorf ist aktuell „Tiervermittlung light“ möglich. Nur gegen Voranmeldung und mit FFP2-Maske.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:44)
Oliver Bayer mit der 2013 geborenen Mischlingshündin Magena, die erfahrene Menschen sucht, die viel Zeit und Geduld für aufbringen können und wollen. „Ein Haus mit Garten in möglichst ruhiger Umgebung wäre optimal, Kinder sollten schon größer sein“, präzisiert Bayer.
TSA

NÖN: Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Tierheime aus. Werden mehr Tiere abgegeben?
Oliver Bayer: Zum Glück spüren wir die Auswirkungen der Pandemie bisher nicht. Die sogenannten Eigentümerabgaben, die nur bei uns im Tierschutzhaus Vösendorf – wir sind ein privat geführtes Tierheim – möglich sind und sonst kein anderes Tierheim macht, sind während Corona nicht angestiegen. Zur Erklärung: Wenn sich jemand – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr um sein Tier kümmern kann, kann er es gegen eine Eigentümerabgabe bei uns abgeben. Tiere werden leider immer abgegeben, aber wir haben bis keinen Anstieg verzeichnet.

Was dürfen die Heime derzeit im Lockdown überhaupt? Gibt es die Möglichkeit, sich ein Tier aus dem Tierheim abzuholen?
Bayer: Was Tierheime genau dürfen, ist leider nicht wirklich geklärt. Wir warten eigentlich immer noch auf Informationen der Regierung. Im Tierschutzhaus Vösendorf halten wir uns selbstverständlich an sämtliche Maßnahmen der Bundesregierung, sowohl was unsere Mitarbeiter, aber auch externe Besucher betrifft. Aktuell haben wir nach einer längeren Vermittlungspause seit 27. Jänner quasi als ,Tiervermittlung light’ wieder eingeschränkt geöffnet. Das bedeutet: Wenn jemand Interesse an einem konkreten Schützling hat, dann ist es möglich, unter ( 01/699 24 50 einen Termin zu einem Vermittlungsgespräch zu vereinbaren. Reine Besichtigungen und Besuche sind nicht möglich.

Wie viele Tiere betreut ihr derzeit? Wie viele suchen einen neuen Besitzer?
Bayer: Aktuell betreuen wir insgesamt rund 1.200 Tiere, darunter Haustiere wie Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel, aber auch viele Wild und Nutztiere. Derzeit suchen etwa 180 Hunde, 220 Katzen und 115 Kleintiere neue Herrchen und Frauchen.

Wie sieht es mit der Spendenbereitschaft aus?
Bayer: Trotz Corona ist die Spendenbereitschaft der Tierfreundinnen und Tierfreunde ungebrochen, die Unterstützung der Menschen lässt nicht nach. Dafür sind wir extrem dankbar.

Ist Ihrer Erfahrung nach in Zeiten der Pandemie das Bedürfnis nach Haustieren gestiegen?
Bayer: Ja. Wir bemerken eigentlich schon seit dem ersten Lockdown im März 2020 gesteigertes Interesse an Haustieren. Allerdings versuchen wir, die Menschen auch zu sensibilisieren. Denn vielfach steckt reine Langeweile hinter dem Interesse. Natürlich können wir das nachvollziehen. Doch was passiert, wenn uns wieder der Alltag einholt und man dann wieder einem ganz geregelten Leben nachgeht? Hat man dann wirklich noch die Zeit, sich um das Tier zu kümmern? Dies sollte schon unter normalen Umständen bei der Anschaffung wohl überlegt sein. Und während des Lockdowns umso mehr.

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