Biedermannsdorf

Erstellt am 29. Oktober 2016, 04:16

von Judith Jandrinitsch

Zwei Welten bleiben. Geschäftsführer Andreas Diendorfer berichtet dem Gemeinderat, FPÖ überreicht Liste mit schriftlichen Anfragen.

Bemüht sich stets um seine Schützlinge: Einrichtungsleiter Andreas Diendorfer.  |  NOEN, privat

Ein Jahr ist es nun her, dass das tralalobe-Haus in Biedermannsdorf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge beherbergt.

Während sich die einen wie das „Ich-Du-Wir“-Flüchtlingsnetzwerk für den tralalobe-Verein engagiert, sieht die FPÖ das Flüchtlingsprojekt nach wie vor äußerst kritisch. Daran ändert wohl auch nichts, dass in der letzten Gemeinderatssitzung tralalobe-Geschäftsführer Andreas Diendorfer und Hausleiter Kai Jelinek im Gemeinderat berichtete und Rede und Antwort standen.

24 statt 36 Burschen

Die wichtigsten Änderungen: Statt 36 Burschen wohnen jetzt nur mehr 24 Burschen im tralalobe-Haus, der Verein unterstützt die Burschen nach ihrem 18. Lebensjahr weiter, ihre Ausbildung in der Region abschließen zu können. „Man muss sich bewusst sein, dass ein großer Teil der Jugendlichen in Österreich bleiben wird, weil sie zumindest den Status als subsidiär Schutzberechtigte zugesprochen bekommen. Da macht es Sinn, Geld in die Hand zu nehmen und in ihre Ausbildung zu investieren“, hält Diendorfer fest.

Wer sich nicht an die vereinbarten Regeln halte, der müsse die Einrichtung verlassen, so Diendorfer.

Die FPÖ hingegen bezweifelt, dass das Betreuungsteam tatsächlich einen Überblick über die Geschehnisse im tralalobe-Haus hat. Und sie bezweifelt auch, dass die Anzahl der Vorfälle im Haus offen nach außen kommuniziert wird. Das zeige sich anhand eines Vorfalls vor zwei Wochen, wo ein Jugendlicher getobt und schließlich ein Auto der Betreuungseinrichtung beschädig.

Diendorfer nahm dazu Stellung: „Das war besonders tragisch, zumal sich dieser Jugendliche bis zu diesem Vorfall völlig unauffällig verhalten hat. Doch niemand kann in einen Menschen hineinschauen, der Jugendliche kam in psychiatrische Behandlung und wird jetzt in einer kleinen Einheit betreut.“

Die FPÖ hält jeden Fall, der angezeigt wird, „für einen zuviel“. Sie wünscht sich eine offenere Kommunikation über das, was im tralalobe-Haus passiert und überreichte Diendorfer eine Liste mit Fragen, die sie schriftlich beantwortet haben will.