Energie- und Umweltgemeindetag in Perchtoldsdorf . Das Thema „Gemeinde 2030 – Klimaschutz. Ziel und Motor zugleich“ stand am gestrigen Freitag im Zentrum des NÖ Energie- und Umweltgemeindetages, der in der Burg Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) in Anwesenheit von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf stattfand.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. September 2019 (10:58)
NLK Filzwieser
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Monika Langthaler und Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl.

Als Referentinnen konnten Monika Langthaler, Unternehmensberaterin im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz, sowie die Bestsellerautorin Anja Förster gewonnen werden. 

„Umweltschutz hat bei uns schon sehr lange eine ganz besondere Bedeutung. Im Jahr 2007 haben wir als erstes Bundesland den Klimaschutz in der Verfassung verankert“, sagte die Landeshauptfrau im Gespräch mit Moderatorin Kristina Sprenger. „Mittlerweile produziert Niederösterreich 100 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Wind, Biomasse und Sonnenkraft. Im Vergleich dazu liegt der Österreich-Durchschnitt bei 70 Prozent, in Deutschland sind es 30 Prozent. Niederösterreich kann stolz auf diese Vorreiterrolle sein“, hielt sie fest.

Bis zum Jahr 2030 sollen u. a. die Produktion von Strom aus Photovoltaik verzehnfacht und der Strom aus Windkraft verdoppelt werden, betonte Mikl-Leitner. Im Jahr 2012 sei es durch die Initiative zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED gemeinsam mit den Gemeinden gelungen, 100 Millionen Euro an Investitionen auszulösen. „Ein weiteres positives Beispiel ist das kürzlich stillgelegte Kohlekraftwerk in Dürnrohr, nun wird auf diesem Areal eine Photovoltaik-Anlage errichtet“, sagte die Landeshauptfrau.

LH-Stellvertreter Pernkopf hielt fest: „Ziel ist, den Vorsprung zu halten und weiter auszubauen. Niederösterreich ist nur deshalb im Kampf gegen die Atomkraft glaubwürdig, weil wir den anderen Weg aufzeigen können. Wenn wir die Kohlendioxidreduktion weiter vorantreiben, dann bleibt in Zukunft eine Milliarde Euro mehr Wertschöpfung im Land. Ein weiterer Schwerpunkt liegt für Pernkopf im Bereich Naturschutz. Mit der Initiative „Wir für Bienen“ soll vor allem die Artenvielfalt in den Fokus gerückt werden. Der LH-Stellvertreter dazu: „Die Initiative soll aufzeigen, wie viel wir in Niederösterreich für die Artenvielfalt leisten und was noch alles gemacht werden muss.“

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Baden und Wieselburg liegen an der Spitze der Energieeffizienz. Im Bild von links nach rechts: Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Josef Leitner (Wieselburg), Bürgermeister Stefan Szirucsek (Baden), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Herbert Greisberger von der Energie- und Umweltagentur.

Bei dem von der Energie- und Umweltagentur (enu) organisierten Energie- und Umweltgemeindetag versammelten sich über 500 BürgermeisterInnen, Energiebeauftragte, Umweltgemeinderäte sowie AmtsleiterInnen aus ganz Niederösterreich. Im Rahmen der Veranstaltung wurden elf e5-Gemeinden ausgezeichnet, elf neue e5-Gemeinden konnten offiziell begrüßt werden. Baden und Wieselburg liegen an der Spitze und sind mittlerweile mit fünf „e“ ausgezeichnet.

Mit vier „e“ stechen Klosterneuburg, Mödling, Sierndorf und Wiener Neudorf heraus. Drei „e“ erhielten Grafenwörth, Kapelln, Kirchberg an der Pielach, Leopoldsdorf bei Wien und Vösendorf. Der Erhalt eines „e“ ist mit einer Haube in der Gastronomie vergleichbar. Die e5-Gemeinden müssen sich dafür in regelmäßigen Abständen einer externen Auditierung stellen.