Mountainbike-Boom im Bezirk Mödling. Die NÖN hörte sich bei Vereinen im Bezirk Mödling um. Interesse vor allem am Mountainbike-Sport. Die Straßenradler spüren noch nichts.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 07. April 2021 (04:10)
Sportunion Hinterbrühl-Obmann Herbert Ribarich hält sich auch während verschärfter Corona-Regeln mit dem Rad fit.
privat

Als Mittel zur Freizeitgestaltung boomt das Rad seit dem Ausbruch der Pandemie. Ob dieser Trend auch bei den Radvereinen spürbar ist? „Momentan noch nicht“, berichtet ARBÖ RC Mödling-Obmann Walter Langer: „Das liegt wohl daran, dass alles, was mit sportlicher Ambition verbunden ist, seit Monaten daniederliegt.“ Gemeinsame Ausfahrten im Verein sind seit November ebenso wenig möglich wie das Durchführen von Wettkämpfen.

Die Vereine waren schon vor der Pandemie nicht mehr die einzige Möglichkeit, um gemeinsam dem Radsport zu frönen. Einige Begeisterte verabreden sich in privaten Gruppen zu Ausfahrten oder Trainings. Das gestiegene Interesse am Rad werde mittelfristig aber auch den Vereinen zugutekommen, ist Langer überzeugt. Schwierig sei es aber, Kinder und Jugendliche für das Rennrad zu begeistern. „Wir haben im Verein zwei große Gruppen 40- bis 50-Jährige und Senioren. Unsere Jüngsten sind auch schon in ihren 20ern“, erzählt Langer. Junge Radsportler ziehe es in den Offroad-Bereich, auf das Mountainbike oder das BMX-Rad.

Das weiß auch Herbert Ribarich, Obmann der Sportunion Hinterbrühl. Er freut sich im Mountainbike-Bereich immer wieder über junge Interessenten. In Pandemie-Zeiten ist Zuwachs in den fünf Union-Sektionen eher die Ausnahme: „Im September hatten wir unseren Jahreswechsel, bei dem Mitgliedsbeiträge fällig werden. Da sind von 250 Mitgliedern nur 150 übrig geblieben.“ Ribarich hofft, dass die Nachwuchstrainings mit Ende des Lockdowns wieder möglich sind. Ab Mai könnten unter gewissen Auflagen wieder Trainings in den Freiluft-Sportanlagen im Hagenauer- und Kiental durchführbar sein, glaubt er.

Das Rad für kürzere Strecken nutzen

Tatenlos ließ die Union die letzten Wochen nicht verstreichen. Die Strecken am Anninger wurden in Zusammenarbeit mit den Bundesforsten und dem Land NÖ erweitert. Damit wird dem Rad-Boom im privaten Bereich Rechnung getragen: „Wir haben im Wienerwald ein Streckennetz von 1.350 Kilometer. Das soll genutzt werden und nicht auf illegalen Wegen gefahren werden“, appelliert Ribarich an das Miteinander. Er hofft, dass das Rad wieder vermehrt zum Fortbewegungsmittel wird: „Viele fahren kürzere Strecken mit dem Auto anstatt mit dem Rad. Gerade im Bezirk Mödling mit seinen geringen Distanzen wäre es möglich, viel mehr mit dem Rad zu fahren.“

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