Energie-Leitbild bleibt am Stand des Jahres 2011. Bürgermeister Hannes Koza, ÖVP, scheitert mit Vorstoß, „Kraftwerke“ im Ort zu verhindern.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Juni 2021 (05:48)
Symbolbild
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Im Vorfeld der Volksbefragung über die Errichtung eines Biomasseheizwerks in Biedermannsdorf hat Bürgermeister Hannes Koza, ÖVP, eine Sitzung einberufen. Einziger Tagesordnungspunkt war die „Änderung der Maßnahmen des Energieleitbildes 2030“. 2011 in Kraft getreten, wurde die Energiegewinnung mit erneuerbarer Energie und die mögliche Situierung von Biomassekraftwerken in Vösendorf forciert. Ein Schritt, welcher für Koza „zu den Problemen in der Gegenwart geführt hat. Durch diese öffentliche Bereitschaft, sich zu großen Biomassekraftwerken zu bekennen, sind Unternehmen wie die EVN erst auf den Geschmack gekommen, Kraftwerke bei uns errichten zu wollen.“

Das Ansinnen Kozas, eine Änderung des Energieleitbildes zu bewirken, scheiterte. SPÖ, FPÖ und sogar der „grüne“ Koalitionspartner lehnten ab: „Wir haben versucht, hier ein Zeichen zu setzen, aber so funktioniert eben Demokratie“, merkte Koza an und versicherte, „weiterhin möglichen Biomassekraftwerken in Vösendorf mit aller Kraft entgegenzutreten“.

Vizebürgermeisterin Alexandra Wolfschütz, Grünen, hält fest: „Wir sind gegen einen Standort im Grünland – noch dazu im Naherholungsgebiet. Wir sind jedoch für Energiegewinnung durch Biomasse, wenn diese nachhaltig und CO 2 -neutral ist. Kleinere Anlagen zur Energieproduktion sind eine sinnvolle Variante und wichtig für einen Umstieg auf nicht-fossile Energieträger.“ Die Standortfrage stehe „in keinem Zusammenhang mit dem von der Gemeinde Vösendorf erstellten Energieleitbild“.