Hannes Koza nimmt Anlauf zum Bürgermeister. Grünen-Chefin Alexandra Wolfschütz nimmt offiziell Gespräche mit ÖVP auf. SPÖ außen vor.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:45)
Die Grünen sind das Zünglein an der Waage in Vösendorf: Katharina Cario, Alexandra Wolfschütz, Peter Köck, Goran Kulas, Seyar Nazar, Marion Stoisser, Edgar Knapp.
Grüne Vösendorf

Nach einem Gespräch mit der noch amtierenden Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, am Montagabend hat sich Alexandra Wolfschütz mit ihrer Partei dafür entschieden, Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP aufzunehmen.

Sie betont: „Wir möchten in den kommenden Jahren in Vösendorf – der Gemeinde am Stadtrand von Wien mit starkem Bevölkerungswachstum – vieles bewegen und die großen Zukunftsthemen anpacken. Diese sind entscheidend für einen zukunftsfiten, modernen und klimaangepassten Ort. Wir werden speziell klima- und umweltrelevante Projekte favorisieren.“

Dazu gehören für die Grünen der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und die Schaffung eines modernen Mobilitätskonzeptes, Klima- und Umweltschutz in dieser besonders sensiblen Region, eine nachhaltige Ortsentwicklung und Ortsbildgestaltung. Weiters führt Wolfschütz aus: „Das Budget gehört dringend saniert. Öffentliche Gelder müssen effizienten Einsatz finden, sodass unsere Bewohner sehen und spüren können, wo diese sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden. Bei Projekten und Investitionen werden wir in Zukunft nicht nur auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutzrelevanz, sondern auch auf soziale Ausgewogenheit achten.“ Ob in letzter Konsequenz aufgrund der Verhandlungen ÖVP-Obmann Hannes Koza mithilfe der Grünen zum Bürgermeister gewählt wird, hänge daran, „wie man sich inhaltlich mit der ÖVP einige“.

Für Hannes Koza ist klar: „Unserer wichtigsten Themen sind grundsätzlich einmal ein neuer politischer Stil in Vösendorf, der geprägt ist von Offenheit, Transparenz und keiner Parteibuchpolitik.“ Inhaltlich stimme die ÖVP mit den Grünen in vielen Bereichen überein, so bei der Ortsentwicklung und der Ortsbildgestaltung, wo Koza ja einen Stopp der seiner Meinung nach unkontrollierten Verbauung der Gemeinde fordert. Seine Familie stehe voll hinter ihm und zu seiner Entscheidung, das Bürgermeisteramt übernehmen zu wollen.

Schon Ururgroßvater war Bürgermeister

Blickt er in der Familiengeschichte zurück, finden sich für diese Aufgabe durchaus Vorbilder: „Wir werden diese neue Aufgabe miteinander meistern. Außerdem werden wir Geschichte schreiben. Nach 100 Jahren bekommt Vösendorf wieder einen bürgerlichen Bürgermeister. Einer der letzten bürgerlichen Bürgermeister war mein Ururgroßvater Martin Kolb (1873-1890).“

Bürgermeisterin Andrea Stipkovits betonte angesichts der neuen Entwicklungen: „Ich sehe dem Ergebnis der Koalitionsverhandlungen mit Spannung entgegen und erwarte eine zeitnahe und persönliche Kommunikation derselben.“